Heizung im Winter ausgefallen: Erste Hilfe
Kurz gesagt
Bleib ruhig und prüfe zuerst Sicherheit (Gasgeruch?), dann die einfachen Ursachen: Strom, Druck, Gas/Öl, Störungsanzeige. Hilft ein einmaliger Reset nicht, ruf den Notdienst. Bis dahin Wärme im Haus halten und frostgefährdete Leitungen schützen – nie mit Gas- oder Holzkohlegrill in Innenräumen heizen.
Ein Heizungsausfall im Winter ist stressig, aber meist kein Notfall, wenn du besonnen vorgehst. Ein gut gedämmtes Haus kühlt nur langsam aus – du hast in der Regel einige Stunden Zeit.
1. Sicherheit zuerst
- Gasgeruch? Keine Schalter betätigen, kein offenes Feuer, Fenster öffnen, Haus verlassen, von draußen den Gas-Notruf wählen.
- Abgasgeruch, Kopfschmerz, Schwindel? Raus an die frische Luft, Notruf 112.
- Rauch oder Brandgeruch aus der Therme? Stromlos machen, bei Rauch 112.
2. Schnell-Check
- Leuchtet das Display? Wenn nicht: Sicherung, FI-Schalter, Heizungsnotschalter prüfen.
- Fehlercode im Display? Notieren, in der Anleitung oder bei uns nachschlagen.
- Anlagendruck am Manometer prüfen, bei Bedarf nach Anleitung nachfüllen.
- Gashahn offen? Bei Öl: Tankstand prüfen.
- Betriebsart, Uhrzeit und Solltemperatur am Regler prüfen.
- Einmaliger Reset nach Anleitung. Kommt die Störung wieder, nicht wiederholen.
- Wärmepumpe: Ist das Außengerät zugeschneit oder vereist? Freiräumen, ohne Werkzeug an den Lamellen.
- Brennwerttherme bei Frost: Ist der Kondensatablauf außen eingefroren?
Hilfreich sind dabei diese Ratgeber: Therme springt nicht an, Heizungsdruck prüfen und Therme resetten. Nach einem Stromausfall hilft Heizung startet nach Stromausfall nicht.
3. Hilfe holen
- Ruf deinen Wartungsbetrieb an – viele haben einen Notdienst.
- Nenne Gerätetyp, Fehlercode, Druck und was du bereits geprüft hast.
- Notdienste am Wochenende und nachts sind deutlich teurer. Frag nach den Kosten.
- Mieter: Informiere sofort Vermieter oder Hausverwaltung, am besten schriftlich. Dies ist keine Rechtsberatung.
Diese Infos braucht der Notdienst
Bereite vor dem Anruf eine kurze Liste vor. Das spart Zeit am Telefon und oft auch einen zweiten Einsatz.
- Gerät: Hersteller, Modell und Baujahr vom Typenschild.
- Fehlercode: genau so, wie er im Display steht, am besten als Foto.
- Druck: aktueller Wert am Manometer.
- Was du geprüft hast: Sicherung, Gashahn, Reset, Kondensatablauf.
- Seit wann: Uhrzeit des Ausfalls und ob es schon früher Störungen gab.
- Zugang: Wo steht die Heizung, und wer öffnet die Tür?
Die Checkliste vor dem Notdienst fasst das zum Ausdrucken zusammen.
4. Haus warm halten
- Türen zu ungenutzten Räumen schließen, alle in einem Raum aufhalten.
- Rollläden und Vorhänge schließen, besonders nachts.
- Nur kurz stoßlüften.
- Elektrische Heizlüfter oder Ölradiatoren nur einzeln an geeigneten Steckdosen, nie mehrere an einer Mehrfachsteckdose, nicht unbeaufsichtigt.
- Niemals Gasgrill, Holzkohle, Campingkocher oder Heizpilze in Innenräumen verwenden – Kohlenmonoxid-Gefahr.
Wenn nur das Warmwasser fehlt
Manchmal heizt die Anlage noch, aber es kommt kein warmes Wasser. Oder umgekehrt. Dann ist meist nicht die ganze Therme defekt, sondern ein Bauteil wie das Umschaltventil oder ein Fühler. Das ist ärgerlich, aber weniger dringend als ein Totalausfall. Oft reicht dann ein Termin am nächsten Werktag, und du sparst den teuren Notdienstzuschlag. Mehr dazu unter Kein Warmwasser, Heizung geht.
5. Frostschäden vermeiden
- Leitungen in unbeheizten Räumen (Keller, Garage) besonders im Blick behalten.
- Bei langem Ausfall und starkem Frost: Wasserleitungen in gefährdeten Bereichen entleeren lassen, ggf. Heizung durch Fachbetrieb frostsicher machen.
- Eingefrorene Leitungen nur mit Föhn oder warmen Tüchern auftauen, nie mit offener Flamme.
Wie schnell kühlt das Haus aus?
Das hängt stark von Dämmung, Bauweise und Außentemperatur ab. Ein gut gedämmtes Haus verliert oft nur wenige Grad pro Tag. Ein unsaniertes Altbauhaus kühlt bei starkem Frost deutlich schneller aus. Kritisch wird es vor allem für Wasserleitungen in unbeheizten Bereichen. Behalte deshalb Keller, Garage und Außenwände im Blick. Kinder, ältere Menschen und Kranke sollten bei langem Ausfall notfalls bei Verwandten oder Nachbarn unterkommen.
Tipp: Speichere die Nummer deines Heizungsbauers und des Gas-Notdienstes schon vor dem Winter im Handy. Im Ernstfall musst du dann nicht lange suchen.
Kosten (Richtwerte)
Notdiensteinsatz werktags: 150–300 €, nachts, am Wochenende und an Feiertagen oft 250–500 € oder mehr plus Material. Frostschäden an Leitungen können deutlich teurer werden – daher lohnt schnelles Handeln.
Wann der Fachmann ran muss
Wenn der Schnell-Check nicht hilft, die Störung wiederkommt oder es nach Gas oder Abgas riecht – sofort.
Wer die Kosten trägt, klärt der Ratgeber Heizungsausfall: Wer zahlt?. Rechte als Mieter stehen unter Heizungsausfall in der Mietwohnung.
Kurz zusammengefasst
Erst Sicherheit prüfen, dann Strom, Code, Druck und Gashahn. Einmal resetten, nicht öfter. Klappt es nicht, den Fachbetrieb mit allen Infos anrufen. Bis dahin Wärme in einem Raum halten und Leitungen vor Frost schützen. Niemals Grill oder Campingkocher drinnen nutzen.
Redaktion Heizungsretter · Stand: · Angaben ohne Gewähr.