Checkliste vor dem Notdienst
Kurz gesagt
Bevor du den Notdienst rufst, prüfst du Sicherheit, Strom, Druck, Gashahn bzw. Brennstoff, Einstellungen und quittierst eine Störung einmal. Viele Ausfälle lassen sich so lösen. Bei Gas- oder Abgasgeruch, CO-Alarm oder Wasser am Gerät zählt nur Sicherheit – dann sofort handeln und Notruf wählen.
Ein Heizungsnotdienst am Wochenende oder nachts kostet schnell mehrere hundert Euro. Nicht jede Störung ist ein Notfall – und manche Ursachen findest du selbst. Diese Checkliste hilft dir, in Ruhe vorzugehen.
Schritt 0: Ist es ein echter Notfall?
Sofort handeln, keine weitere Fehlersuche:
- Gasgeruch: Keine Schalter, kein Handy im Haus, Fenster auf, Haus verlassen, von draußen Gasnotruf des Netzbetreibers oder 112.
- CO-Melder schlägt an oder Personen haben Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit: lüften, raus, 112.
- Rauch, Brandgeruch, Funken: Sicherung aus, raus, bei Feuer 112.
- Viel Wasser läuft aus: Sicherung aus, Wasser (Hausanschluss oder Heizungs-Absperrhähne) absperren, Fachbetrieb.
Schritt 1: Strom
- Display an? Wenn nicht: Hauptschalter am Gerät, Heizungsnotschalter, Stecker, Sicherung prüfen.
- Stromausfall in der Straße? Nachbarn fragen oder Störungskarte des Netzbetreibers ansehen.
- Wärmepumpe: EVU-Sperre aktiv? Sie ist keine Störung.
Schritt 2: Druck
- Manometer ablesen. Liegt der Druck unter der Markierung bzw. unter ca. 1 bar (Richtwert), ist Wassermangel eine häufige Ursache.
- Nachfüllen nach Anleitung, wenn du weißt, wie. Sonst: Fachbetrieb am nächsten Werktag kann reichen, wenn es nicht friert.
Schritt 3: Brennstoff
- Gashahn unter der Therme offen (Griff parallel zur Leitung)?
- Andere Gasgeräte (Herd) funktionieren?
- Öl: Tankstand ausreichend? Pellets: Lager oder Vorratsbehälter leer?
Schritt 4: Einstellungen
- Betriebsart: Sommerbetrieb, Aus oder Urlaub aktiviert?
- Zeitprogramm: Gerade Absenkzeit? Uhrzeit nach Stromausfall korrekt?
- Raumthermostat / Smart-Thermostate: Batterien, Sollwert, Verbindung.
- Heizkörperventile offen?
Schritt 5: Störung quittieren
- Code notieren oder fotografieren.
- Einmal Reset nach Anleitung.
- Kommt der Fehler sofort wieder, nicht weiter probieren.
Schritt 6: Außen
- Abgas-/Zuluftmündung von unten sichtbar frei (Schnee, Laub)?
- Kondensatschlauch geknickt oder eingefroren?
- Wärmepumpen-Außengerät eingeschneit oder vereist?
Schritt 7: Wasser und Geräusche
- Wasser unter der Therme? Ein paar Tropfen am Überdruckventil können harmlos sein, eine Pfütze nicht. Hilfe gibt Wasser unter der Therme.
- Laute Geräusche wie Knallen, Pfeifen oder Rattern notieren. Sie helfen dem Techniker bei der Eingrenzung.
- Heizkörper gluckern? Dann ist oft Luft im System. Entlüften kannst du selbst, danach den Druck prüfen.
Was du auf keinen Fall tun solltest
- Das Gehäuse der Therme öffnen oder an Gasleitung, Brenner oder Elektrik arbeiten.
- Mehrfach hintereinander entstören. Kommt eine Störung sofort wieder, hilft weiteres Probieren nicht.
- Sicherungen immer wieder einschalten, wenn sie sofort auslösen.
- Mit offener Flamme oder Heizgeräten mit Gas im Innenraum überbrücken.
Mehr dazu, welche Arbeiten erlaubt sind, steht im Ratgeber Was darf ich selbst machen.
Muss es wirklich der Notdienst sein?
Oft reicht der nächste Werktag, wenn:
- es draußen nicht friert und das Haus nicht schnell auskühlt,
- Warmwasser über andere Wege verfügbar ist,
- keine gefährdeten Personen (Babys, Kranke, Ältere) betroffen sind.
Zur Überbrückung helfen elektrische Heizlüfter oder Ölradiatoren – nicht an Mehrfachsteckdosen betreiben und nie unbeaufsichtigt nahe brennbarer Materialien.
Für den Anruf bereithalten
- Hersteller, Gerätetyp, Baujahr (Typenschild).
- Fehlercode und Fehlerhistorie.
- Druck in bar.
- Was du schon geprüft hast (diese Liste).
- Adresse, Zugang zum Heizungsraum, Parkmöglichkeit.
Den richtigen Betrieb finden
Hast du einen Wartungsvertrag, ruf zuerst dort an. Viele Betriebe bieten ihren Vertragskunden einen Notdienst oder bevorzugte Termine. Ohne Vertrag lohnt ein Anruf bei einem örtlichen Fachbetrieb vor einer überregionalen Notdienstnummer aus dem Internet. Achte auf eine feste Firmenadresse und frag nach den Kosten, bevor jemand losfährt. Hinweise gibt Seriösen Heizungsbauer finden.
Bist du Mieter, informiere zuerst Vermieter oder Hausverwaltung. Sie sind in der Regel für die Reparatur zuständig. Mehr dazu im Ratgeber Heizungsausfall in der Mietwohnung.
Kosten (Richtwerte)
- Notdienstpauschale nachts/am Wochenende: oft ca. 100–250 € zusätzlich zum normalen Stundensatz.
- Gesamter Notdiensteinsatz ohne große Teile: häufig ca. 200–500 €.
- Frage beim Anruf nach Anfahrts- und Zuschlagskosten, bevor der Techniker losfährt.
Nach dem Einsatz lohnt ein genauer Blick auf die Rechnung. Worauf du achten solltest, erklärt Rechnung Notdienst prüfen. Einen Überblick über übliche Preise gibt Heizungsnotdienst Kosten.
Kurz zusammengefasst
Erst Sicherheit, dann Strom, Druck, Brennstoff, Einstellungen und ein einzelner Reset. Viele Ausfälle lassen sich so in wenigen Minuten klären. Bei Gasgeruch, CO-Alarm, Rauch oder viel Wasser zählt nur Sicherheit. In allen anderen Fällen hilft die Liste, ruhig zu entscheiden, ob der Notdienst nötig ist oder der nächste Werktag reicht.
Redaktion Heizungsretter · Stand: · Angaben ohne Gewähr.