Heizungsdruck prüfen & Wasser nachfüllen

Kurz gesagt

In einem Einfamilienhaus liegt der Anlagendruck bei kalter Heizung meist zwischen 1,0 und 2,0 bar. Fällt er darunter, kannst du Wasser nachfüllen – fällt er immer wieder, gibt es ein Leck.

1,5 bar
Sollbereich1,0 – 2,0 barbei kalter Anlage, am Manometer der Therme

Eine Warmwasserheizung ist ein geschlossener Kreislauf. Damit das Wasser gut zirkuliert und keine Luft eindringt, steht es unter einem leichten Überdruck. Ist der Druck zu niedrig, werden Heizkörper nicht mehr warm und die Therme schaltet ab. Den Druck zu prüfen dauert nur eine Minute. Das Nachfüllen kannst du in den meisten Fällen selbst erledigen.

Der richtige Wert hängt von der Gebäudehöhe ab. Dein Installateur hat ihn bei der Inbetriebnahme eingestellt. Oft ist er am Manometer mit einem grünen Bereich oder einem roten Zeiger markiert. Als Faustregel gilt für ein Einfamilienhaus: 1,0 bis 2,0 bar bei kalter Anlage. In hohen Mehrfamilienhäusern kann der Sollwert höher liegen.

Druck ablesen

  1. Heizung abkühlen lassen. Warmes Wasser dehnt sich aus. Der Druck steigt beim Heizen um bis zu 0,5 bar. Lies deshalb am besten morgens oder nach einer Pause ab.
  2. Manometer finden. Es sitzt meist unten an der Therme oder direkt an den Rohren darunter. Bei neueren Geräten zeigt das Display den Druck an, manchmal erst in einem Menüpunkt.
  3. Wert mit dem Sollbereich vergleichen. Liegt er darunter, fülle Wasser nach. Liegt er deutlich darüber, lies den Ratgeber „Heizungsdruck zu hoch“.

Wasser nachfüllen

Du brauchst einen Füllschlauch mit passenden Anschlüssen. Er liegt oft der Therme bei oder ist im Baumarkt erhältlich. Manche Thermen haben einen fest eingebauten Füllhahn.

  1. Heizung ausschalten oder in den Standby schalten und abkühlen lassen.
  2. Schlauch mit Wasser füllen. So gelangt keine Luft ins System.
  3. Schlauch anschließen. Ein Ende an den Wasserhahn, das andere an den Füllhahn der Heizung. Das ist ein kleiner Hahn mit Schlauchanschluss, auch KFE-Hahn genannt.
  4. Erst den Wasserhahn, dann langsam den Füllhahn öffnen. Beobachte dabei das Manometer.
  5. Beim Sollwert beide Hähne schließen. Erst den Füllhahn, dann den Wasserhahn. Den Schlauch abnehmen, dabei läuft etwas Wasser heraus.
  6. Heizung wieder einschalten. Nach einem Tag Druck noch einmal prüfen.

Nach dem Nachfüllen kann Luft im System sein. Gluckert es in den Heizkörpern, entlüfte sie. Danach sinkt der Druck oft etwas, und du füllst noch einmal nach.

Worauf du achten solltest

  • Nicht zu viel nachfüllen. Steigt der Druck über den Höchstwert, öffnet das Sicherheitsventil und lässt Wasser ab.
  • Systemtrenner. Nach DIN EN 1717 darf Heizungswasser nicht ins Trinkwasser zurückfließen. Neuere Anlagen haben dafür einen fest eingebauten Systemtrenner. Frag im Zweifel deinen Installateur.
  • Wasserqualität. Bei größeren Nachfüllmengen kann Leitungswasser Kalk und Sauerstoff in die Anlage bringen. Moderne Thermen reagieren darauf empfindlich. Mehr dazu im Ratgeber zur VDI 2035.

Typische Anzeigen am Manometer

Die meisten Manometer haben eine Skala von 0 bis 4 bar. Oft gibt es zwei Zeiger: einen schwarzen für den aktuellen Druck und einen roten oder grünen, den der Installateur auf den Sollwert gestellt hat. So erkennst du schnell, ob alles passt. Mehr Details findest du im Ratgeber Manometer ablesen.

  • Unter etwa 1 bar (kalt): zu wenig Druck. Viele Thermen melden dann eine Störung wegen Wassermangel.
  • Im Sollbereich: alles in Ordnung.
  • Knapp unter 3 bar (warm): kritisch. Viele Sicherheitsventile öffnen bei 3 bar.
  • Zeiger steht immer auf demselben Wert, auch beim Aufheizen: Das Manometer kann defekt sein. Ein kleiner Anstieg beim Heizen ist normal.

Wie oft solltest du prüfen?

Einmal im Monat reicht meist. Zu Beginn der Heizsaison und nach dem Entlüften lohnt ein zusätzlicher Blick. Hast du gerade Wasser nachgefüllt, prüfe in der ersten Woche lieber täglich. Schreib die Werte auf. So erkennst du früh, ob die Anlage Wasser verliert.

Häufige Fragen beim Nachfüllen

Muss ich die Heizung ausschalten? Meist ist das sinnvoll, damit du den Druck im kalten Zustand richtig einstellst. Manche Hersteller beschreiben das Nachfüllen auch im Betrieb. Halte dich an die Anleitung.

Warum zischt es beim Abnehmen des Schlauchs? Im Schlauch steht noch Wasser unter Druck. Halte einen Eimer und ein Tuch bereit.

Die Therme zeigt einen Füllfehler an, obwohl der Druck stimmt. Dann kann der Drucksensor falsch messen. Das prüft der Fachbetrieb.

Fällt der Druck immer wieder, lies den Ratgeber Heizungsdruck fällt ständig.

Wann der Fachmann ran muss

Einmal im Jahr etwas nachzufüllen ist normal. Musst du öfter als ein- bis zweimal im Jahr nachfüllen, verliert die Anlage Wasser. Mögliche Ursachen sind ein Leck an Rohren oder Heizkörpern, ein tropfendes Sicherheitsventil oder ein defektes Ausdehnungsgefäß. Ein Fachbetrieb prüft den Vordruck des Ausdehnungsgefäßes und sucht das Leck.

Ruf den Fachbetrieb auch, wenn der Druck stark schwankt, das Sicherheitsventil tropft oder du den Füllhahn nicht findest.

Redaktion Heizungsretter · Stand: · Angaben ohne Gewähr.