Heizung startet nach Stromausfall nicht

Kurz gesagt

Nach einem Stromausfall sind oft Uhrzeit und Zeitprogramm verstellt, eine Sicherung ist ausgelöst oder die Therme wartet auf einen Reset. Prüfe Sicherungen, Display und Einstellungen. Bleibt die Heizung trotzdem aus oder zeigt eine Störung, hilft der Fachbetrieb.

Moderne Heizungen sind auf Strom angewiesen – für Regelung, Pumpe, Gebläse und Zündung. Nach einem Stromausfall starten die meisten Geräte selbstständig neu. Manchmal aber nicht.

Ursachen

Sicherung oder FI-Schalter ausgelöst. Spannungsspitzen beim Wiederkehren des Stroms lassen Schutzschalter fallen.

Uhrzeit und Datum verloren. Die Regelung glaubt, es sei Nacht, und bleibt im Absenkbetrieb.

Störungsverriegelung. Manche Geräte gehen bei Stromunterbrechung während des Brennerbetriebs in Störung und brauchen einen Reset.

Überspannungsschaden. Bei Gewitter oder Netzproblemen können Platine, Netzteil oder Gerätesicherung beschädigt werden.

Wärmepumpen-Sperrzeit oder Anlaufverzögerung. Wärmepumpen starten oft absichtlich verzögert neu, um den Verdichter zu schützen.

Internet-Regler oder Smart-Thermostate offline. Sie müssen sich erst wieder verbinden.

Was bei einem Stromausfall in der Heizung passiert

Fällt der Strom aus, stoppen Pumpe, Gebläse und Regelung sofort. Das Gasventil schließt aus Sicherheitsgründen. Das ist gewollt und ungefährlich. Kommt der Strom zurück, prüft die Steuerung zuerst alle Sicherheitsfunktionen. Erst dann startet sie einen neuen Brennerversuch. Dieser Ablauf dauert oft einige Minuten.

Lief der Brenner gerade, als der Strom ausfiel, erkennen manche Geräte das als Flammenausfall. Sie gehen dann in eine Verriegelung. Die löst sich nicht durch Warten, sondern nur durch Entriegeln. Wie das geht, steht unter Therme resetten. Ob dein Gerät so reagiert, hängt vom Modell ab.

Ist wirklich wieder Strom da?

Klingt banal, ist aber ein häufiger Grund. Oft ist nur ein Teil des Hauses wieder versorgt. Die Heizung hängt meist an einem eigenen Stromkreis. Prüfe also, ob im Heizungsraum Licht brennt und die Steckdosen funktionieren. Bleibt das Display der Therme dunkel, hilft der Ratgeber Display der Therme schwarz.

Was du selbst prüfen kannst

  1. Warte nach Stromrückkehr einige Minuten – manche Geräte laufen verzögert an.
  2. Prüfe Sicherungskasten und FI-Schalter. Schalte ausgelöste Schalter einmal wieder ein.
  3. Prüfe den Heizungsnotschalter und den Hauptschalter an der Therme.
  4. Zeigt das Display eine Störung? Notiere den Code und führe einmal einen Reset nach Anleitung durch.
  5. Stelle Uhrzeit, Datum und gegebenenfalls das Zeitprogramm neu ein.
  6. Prüfe die Betriebsart (Heizen/Winter).
  7. Smart-Thermostate: Verbindung zu WLAN und App prüfen, Batterien kontrollieren.
  8. Wärmepumpe: bis zu 30 Minuten Wartezeit ist je nach Modell normal.

Öffne nicht das Gehäuse und arbeite nicht an der Elektrik.

Sonderfall Wärmepumpe

Wärmepumpen haben oft zwei Stromkreise: einen für die Regelung und einen für den Verdichter. Löst nur einer davon aus, zeigt das Display normal an, aber die Anlage heizt nicht. Prüfe deshalb alle Sicherungen, die zur Wärmepumpe gehören. Viele Anlagen hängen zudem an einer Sperrzeit des Netzbetreibers. Nach einem Ausfall kann die Freigabe etwas dauern. Mehr dazu unter Wärmepumpe: EVU-Sperrzeiten.

Smart-Home-Komponenten brauchen nach dem Stromausfall oft länger als die Heizung selbst. Router, Bridge und Thermostate müssen sich erst neu verbinden. Warte einige Minuten, bevor du Geräte neu koppelst.

Kosten (Richtwerte)

Reset und Einstellung durch den Fachbetrieb: 80–200 €. Tausch einer Gerätesicherung: 50–150 € inklusive Arbeit. Platine nach Überspannung: 300–900 €. Überspannungsschutz nachrüsten (Elektriker): etwa 150–500 €.

Einstellungen nach dem Neustart kontrollieren

Die meisten Regelungen speichern ihre Einstellungen dauerhaft. Einige verlieren aber Uhrzeit oder Zeitprogramme, besonders ältere Geräte oder Regler mit leerer Pufferbatterie. Geh nach dem Neustart kurz diese Punkte durch:

  1. Uhrzeit und Datum. Stimmen sie nicht, laufen Heiz- und Absenkzeiten zur falschen Zeit.
  2. Betriebsart. Steht die Anlage auf Heizen oder nur Warmwasser?
  3. Zeitprogramme. Sind deine Heizzeiten noch da?
  4. Warmwasser. Wird der Speicher wieder geladen?
  5. Fehlerspeicher. Sind neue Einträge da? Siehe Fehlerspeicher auslesen.

Mach am besten schon heute Fotos von deinen wichtigsten Einstellungen. Dann kannst du sie nach einem Ausfall schnell wiederherstellen.

Wann der Fachmann ran muss

  • Die Therme reagiert gar nicht, obwohl Strom da ist.
  • Nach dem Reset kommt die Störung sofort wieder.
  • Es riecht verschmort.
  • Sicherung oder FI lösen immer wieder aus.

Vorbeugen

Ein Überspannungsschutz im Zählerschrank schützt empfindliche Elektronik. Lass dich dazu von einer Elektrofachkraft beraten. Für längere Stromausfälle ist eine Notstromlösung nur mit Fachplanung sinnvoll.

Kurz zusammengefasst

Meist genügt es, Sicherungen zu prüfen, Uhrzeit und Programme neu einzustellen und einmal zu resetten. Gib Wärmepumpen etwas Zeit, bevor du eingreifst. Reagiert die Anlage auch nach diesen Schritten nicht oder riecht es verschmort, kann die Elektronik beschädigt sein, etwa durch Überspannung. Dann ist ein Fachbetrieb gefragt. Bei Mietwohnungen informiere zusätzlich den Vermieter.

Redaktion Heizungsretter · Stand: · Angaben ohne Gewähr.