Junkers Cerapur Fehler CE: Anlagendruck zu niedrig

Kurzantwort

CE zeigt bei der Cerapur an, dass der Wasserdruck in der Heizungsanlage zu niedrig ist. Meist reicht es, Wasser nachzufüllen. Verliert die Anlage immer wieder Druck, sollte ein Fachbetrieb nach Leck oder Ausdehnungsgefäß schauen.

Ursachen (nach Häufigkeit)

  • Normaler Druckverlust nach Entlüften (häufig)
  • Undichtigkeit oder tropfendes Sicherheitsventil (gelegentlich)
  • Ausdehnungsgefäß ohne Vordruck (gelegentlich)
  • Drucksensor defekt (selten)

Die Cerapur misst ständig den Druck im Heizwasser. Fällt er unter eine Mindestgrenze, schaltet sie zum Schutz ab und zeigt CE. Ohne ausreichenden Druck könnten Pumpe und Wärmetauscher Schaden nehmen, weil das Wasser nicht richtig zirkuliert. CE gehört zu den harmlosesten Codes und lässt sich meist selbst beheben.

Der Druck sinkt meist aus diesen Gründen:

Normaler Wasserverlust. Nach dem Entlüften der Heizkörper fehlt etwas Wasser im System. Auch über lange Zeit entweichen kleine Mengen Gas und Luft. Ein bis zwei Mal Nachfüllen pro Jahr ist deshalb normal.

Kleine Undichtigkeiten. Tropfende Heizkörperventile, undichte Verschraubungen oder Entlüftungsventile verlieren Wasser. Oft verdunstet es, bevor du es bemerkst. Achte auf Kalkränder oder braune Flecken.

Sicherheitsventil. Es öffnet, wenn der Druck zu hoch wird, zum Beispiel nach zu vielem Nachfüllen. Schließt es danach nicht mehr ganz dicht, tropft ständig Wasser in den Ablauftrichter.

Ausdehnungsgefäß. Es fängt die Volumenänderung des Heizwassers auf. Hat es seinen Vordruck verloren, schwankt der Anlagendruck stark: heiß zu hoch, kalt zu niedrig. Das Sicherheitsventil bläst dann im Betrieb ab, und im kalten Zustand fehlt Druck.

Drucksensor. Selten zeigt der Sensor falsch an. Dann passt der Wert am Display nicht zum Manometer, falls beides vorhanden ist.

Was du selbst prüfen kannst

Nachfüllen darfst du selbst. Das Befüllen erfolgt über von außen zugängliche Hähne. Das Gehäuse bleibt zu.

  1. Manometer ablesen. Am besten, wenn die Anlage kalt ist. Der Richtwert liegt meist bei 1,0 bis 2,0 bar. Den genauen Sollwert findest du oft im Wartungsprotokoll.
  2. Füllset vorbereiten. Den Füllschlauch an Hauswasserhahn und Füllhahn der Heizung anschließen. Vorher mit Wasser füllen, damit keine Luft ins System gelangt. Details stehen im Ratgeber „Heizungsdruck prüfen“.
  3. Langsam füllen. Erst den Hauswasserhahn, dann den Füllhahn öffnen. Das Manometer dabei beobachten. Beim Sollwert beide Hähne schließen und den Schlauch abnehmen.
  4. Nicht überfüllen. Über etwa 2,5 bis 3 bar öffnet das Sicherheitsventil. Dann hast du ein neues Problem.
  5. Einmal entstören. Falls die Anzeige nicht von selbst verschwindet, die Reset-Taste drücken.
  6. Heizkörper entlüften. Gluckert es nach dem Füllen, die Heizkörper entlüften. Danach den Druck erneut prüfen und bei Bedarf nachfüllen.
  7. Sichtkontrolle. Siehst du Wasserflecken unter Heizkörpern oder der Therme? Tropft es aus dem Ablauftrichter unter dem Gerät?
  8. Druck notieren. Schreib den Wert in den nächsten Tagen täglich auf, einmal kalt und einmal im Heizbetrieb. So erkennst du schleichenden Verlust und starke Schwankungen.

Was die Notizen verraten

Fällt der Druck langsam über Wochen, ist meist ein kleines Leck die Ursache. Steigt er im Betrieb stark an und fällt kalt deutlich ab, deutet das auf das Ausdehnungsgefäß. Bleibt er stabil, war es ein einmaliger Verlust, etwa nach dem Entlüften.

Wann der Fachmann ran muss

Fällt der Druck innerhalb von Tagen oder Wochen wieder, lohnt sich ein Fachbetrieb. Musst du jeden Monat nachfüllen, stimmt etwas nicht. Häufiges Nachfüllen bringt außerdem immer wieder frisches, sauerstoffreiches Wasser ins System. Das fördert Korrosion und Kalk in Therme und Heizkörpern.

Der Fachbetrieb prüft den Vordruck des Ausdehnungsgefäßes und füllt ihn bei Bedarf auf. Er sucht nach Lecks und tauscht bei Bedarf Sicherheitsventil oder Drucksensor. Ein Ausdehnungsgefäß-Check ist oft Teil der regulären Wartung. Die Kosten oben sind Richtwerte.

Auch wenn du beim Befüllen unsicher bist, frag lieber nach. Sofort anrufen solltest du, wenn sichtbar Wasser aus der Therme läuft oder wenn der Druck direkt nach dem Füllen wieder abfällt. Dann den Füllhahn geschlossen lassen und die Therme ausschalten, falls Wasser in die Nähe von Elektrik gelangt.

Was der Techniker genau macht

Für die Prüfung des Ausdehnungsgefäßes lässt er den Druck auf der Wasserseite ab. Dann misst er den Vordruck am Ventil des Gefäßes, ähnlich wie bei einem Autoreifen. Ist der Vordruck zu niedrig, pumpt er Stickstoff oder Luft nach. Hält das Gefäß den Druck nicht, weil die Membran gerissen ist, muss es getauscht werden. Danach füllt er die Anlage wieder auf den passenden Sollwert.

Bei einem Leck sucht er zuerst an den typischen Stellen: Ventile, Verschraubungen, Heizkörperanschlüsse und die Therme selbst. Findet er nichts Sichtbares, kann eine Druckprobe helfen. Ein Leck in Wand oder Estrich ist selten, aber aufwendiger.

Tipp: Bewahre das Füllset griffbereit neben der Therme auf. Dann bist du beim nächsten CE schnell wieder startklar.

Typische Reparatur
Nachfüllen selbst kostenlos; Prüfung/Befüllen des Ausdehnungsgefäßes oder Sensortausch beim Fachbetrieb
Richtwert95–335 €
So rechnen wir
Anfahrt · Pauschale50 €
Arbeitszeit · 0,5–1,5 Std. × 90 €45–135 €
ggf. Sensor oder Teile Ausdehnungsgefäß0–150 €
Summe95–335 €

Annahmen, keine Preise eines bestimmten Betriebs: 90 €/Std. Arbeitszeit, 50 € Anfahrt, Teile ohne genauere Angabe pauschal 50 €. Tatsächliche Kosten hängen von Region, Betrieb und Befund ab.

FAQ

Wie viel bar sollte die Cerapur haben?

Typisch sind im kalten Zustand etwa 1,0–2,0 bar. Der richtige Wert hängt von deinem Gebäude ab – die Einstellung steht oft im Wartungsprotokoll.

Wie oft ist Nachfüllen normal?

Ein- bis zweimal im Jahr ist unauffällig. Musst du monatlich nachfüllen, stimmt etwas nicht.

Kann ich zu viel Wasser einfüllen?

Ja. Über etwa 2,5–3 bar öffnet das Sicherheitsventil. Fülle langsam und beobachte das Manometer.

Redaktion Heizungsretter · Stand: · Keine Eingriffe am Gasweg. Angaben ohne Gewähr.