Heizungsnotdienst: Was kostet der Einsatz?

Kurz gesagt

Ein Heizungsnotdienst am Abend oder Wochenende kostet als Richtwert oft 150 bis 400 € für einen kurzen Einsatz, Ersatzteile extra. Zuschläge von 50 bis 100 % auf den Stundensatz sind üblich. Frag vorher am Telefon nach Anfahrt, Zuschlägen und Stundensatz.

Die Heizung fällt natürlich gern am Freitagabend oder an Weihnachten aus. Dann hilft oft nur der Notdienst – und der ist teurer als ein normaler Termin. Hier siehst du, womit du ungefähr rechnen musst und wie du dich vor Wucher schützt.

Erst prüfen: Ist es wirklich ein Notfall?

Bevor du den Notdienst rufst, lohnen sich ein paar einfache Checks:

  1. Anlagendruck am Manometer ablesen. Ist er zu niedrig, kann oft Wasser nachgefüllt werden (siehe „Heizungsdruck prüfen“).
  2. Störungsanzeige notieren und einmal den Reset laut Anleitung versuchen – höchstens ein- bis zweimal.
  3. Sicherung und Notschalter der Heizung prüfen.
  4. Gashahn kontrollieren: Steht er offen?
  5. Prüfen, ob Strom und Gas im Haus insgesamt da sind.

Öffne dabei nie die Verkleidung und arbeite nicht an Gasweg, Brenner oder Elektrik.

Echter Notfall ist: Gasgeruch (sofort raus, von draußen Gas-Notdienst des Netzbetreibers anrufen), Wasseraustritt, der nicht zu stoppen ist, oder Frostgefahr bei tagelangem Ausfall im Winter. Bei milden Temperaturen kann ein regulärer Termin am nächsten Werktag deutlich günstiger sein.

Richtwerte für die Kosten

Die Zahlen sind grobe Richtwerte (Stand 2026), regional sehr unterschiedlich:

Posten Richtwert
Anfahrtspauschale Notdienst ca. 50–150 €
Stundensatz regulär ca. 60–95 € netto
Zuschlag abends / Samstag ca. 25–50 %
Zuschlag Sonn- und Feiertag, nachts ca. 50–100 %
Kurzer Einsatz gesamt (ohne Teile) ca. 150–400 €

Ersatzteile wie Zündelektrode, Pumpe oder Platine kommen dazu und können den Betrag deutlich erhöhen.

Vor Wucher schützen

Leider gibt es unseriöse „Notdienste“, die mit Suchmaschinenwerbung auffallen und überhöhte Preise verlangen. So schützt du dich:

  • Lokalen Betrieb wählen, am besten den, der deine Anlage wartet.
  • Am Telefon fragen: Anfahrt? Stundensatz? Zuschläge? Mindestabrechnung?
  • Keine Barzahlung unter Druck vor Ort. Eine Rechnung zum Überweisen ist üblich.
  • Nichts unterschreiben, was du nicht verstehst, insbesondere keine Blanko-Aufträge.
  • Arbeitszeit notieren: Wann kam der Techniker, wann ging er?

Wer zahlt?

Als Eigentümer zahlst du selbst. Als Mieter ist in der Regel der Vermieter für die Reparatur zuständig – ruf also möglichst zuerst den Vermieter oder die Hausverwaltung an. Beauftragst du selbst, bleibst du unter Umständen auf den Kosten sitzen. Mehr dazu im Ratgeber „Heizungsausfall: Wer zahlt?“. Das ist keine Rechtsberatung.

Tipp: Notfallnummern vorher sammeln

Leg dir eine Liste an: Heizungsbauer mit Notdienst, Gas-Notdienst des Netzbetreibers, Hausverwaltung. Klebe sie in die Nähe der Therme. Im Ernstfall sparst du Zeit und Geld.

Beispielrechnung

Eine grobe Beispielrechnung für einen Sonntagseinsatz. Alle Zahlen sind Richtwerte und können bei deinem Betrieb deutlich abweichen:

  • Anfahrt Notdienst: 100 €
  • Eine Stunde Arbeitszeit zu 80 € plus 100 % Sonntagszuschlag: 160 €
  • Kleinmaterial: 20 €
  • Zwischensumme netto: 280 €
  • Dazu 19 % Mehrwertsteuer: rund 53 €
  • Gesamt: rund 333 €

Muss ein Ersatzteil getauscht werden, etwa eine Zündelektrode oder Pumpe, kommen Teilekosten und weitere Arbeitszeit dazu. Oft ist das Teil nicht auf dem Wagen. Dann folgt ein zweiter Termin, im besten Fall zu normalen Konditionen.

Die Rechnung prüfen

Nach dem Einsatz solltest du eine nachvollziehbare Rechnung bekommen. Achte auf diese Punkte:

  1. Arbeitszeit. Stimmt sie mit deinen Notizen überein? Wird in Takten abgerechnet, etwa pro angefangene Viertelstunde?
  2. Zuschläge. Passen sie zu dem, was am Telefon genannt wurde?
  3. Material. Sind die Teile einzeln aufgeführt und nachvollziehbar?
  4. Anfahrt. Wurde sie nur einmal berechnet?
  5. Mehrwertsteuer. Sie muss ausgewiesen sein.

Mehr dazu im Ratgeber Rechnung vom Notdienst prüfen. Als Eigentümer kannst du den Arbeitsanteil übrigens oft als Handwerkerleistung in der Steuererklärung angeben. Dafür muss die Rechnung überwiesen und nicht bar bezahlt werden.

Kosten sparen

  • Wartungsvertrag. Manche Betriebe bevorzugen Vertragskunden im Notdienst oder verlangen weniger Zuschläge. Siehe Wartungsvertrag: Lohnt sich das?.
  • Gut vorbereitet anrufen. Mit Fehlercode, Gerätetyp vom Typenschild und Druckwert kann der Techniker oft schon das richtige Teil mitbringen.
  • Abwägen. Ist es mild und das Warmwasser geht noch, kann der Montag günstiger sein.

Wann der Fachmann ran muss

Wenn Reset und Druckprüfung nichts bringen, die Störung sofort wiederkommt oder es nach Abgas, verschmortem Kabel oder Gas riecht, gehört die Anlage in Fachhände. Bei Gasgeruch hat Sicherheit Vorrang vor jeder Kostenfrage.

Kurz zusammengefasst

Ein Notdienst am Abend oder Wochenende kostet meist einige hundert Euro, Teile extra. Prüfe vorher Druck, Sicherung und Gashahn, frag am Telefon nach Preisen und lass dir eine nachvollziehbare Rechnung geben. Als Mieter informierst du zuerst den Vermieter.

Redaktion Heizungsretter · Stand: · Angaben ohne Gewähr.