Was macht die Ionisationselektrode?

Kurz gesagt

Die Ionisationselektrode ist ein Fühler im Brennraum, der über einen winzigen Strom erkennt, ob eine Flamme brennt. Ist sie verschmutzt, verbogen oder schlecht angeschlossen, meldet die Therme einen Flammenfehler und verriegelt. Prüfung und Tausch gehören ausschließlich in die Hände des Fachbetriebs.

Viele Fehlercodes wie „keine Flamme erkannt“, „Flammenabriss“ oder „Ionisationsstrom zu niedrig“ haben mit einem kleinen Bauteil zu tun: der Ionisationselektrode. Hier erfährst du, was sie macht und warum sie bei Störungen oft ins Spiel kommt.

Das Prinzip

Eine Gasflamme enthält elektrisch geladene Teilchen (Ionen). Legt die Steuerung eine Wechselspannung zwischen Elektrode und Brenner (Masse) an, fließt nur dann ein winziger Strom im Mikroampere-Bereich, wenn eine Flamme vorhanden ist. Durch den Gleichrichtereffekt der Flamme kann die Elektronik zudem unterscheiden, ob wirklich eine Flamme brennt oder nur ein Kurzschluss vorliegt.

Das Signal nennt man Ionisationsstrom. Er ist Teil der Flammenüberwachung (siehe eigener Ratgeber).

Was passiert bei Problemen?

  • Beim Start: Die Therme zündet, erkennt aber innerhalb der Sicherheitszeit (wenige Sekunden) keine Flamme. Sie schließt das Gasventil, versucht es ggf. noch einmal und verriegelt dann mit einem Störcode.
  • Im Betrieb: Bricht das Signal ab, schaltet die Therme sofort ab (Flammenabriss).

Häufige Ursachen für schwachen Ionisationsstrom

  • Verschmutzung/Oxidation der Elektrode – typisch nach einigen Jahren.
  • Verbogene Elektrode mit falschem Abstand zum Brenner.
  • Schlechte Erdung oder korrodierte Steckverbindungen.
  • Falsches Gas-Luft-Verhältnis – die Flamme brennt nicht sauber am Fühler.
  • Abgas-Rezirkulation oder blockierte Zuluft.
  • Bei manchen Geräten übernimmt eine kombinierte Zünd- und Ionisationselektrode beide Aufgaben.

Was du selbst prüfen kannst

An die Elektrode kommst du nur nach Öffnen des Gehäuses und der Brennkammer. Das ist tabu. Du kannst aber Umgebungsfaktoren prüfen:

  1. Gashahn offen? (siehe „Gashahn finden und prüfen“)
  2. Zuluft- und Abgasmündung frei?
  3. Tritt der Fehler nach Wind, Schnee oder Frost gehäuft auf?
  4. Fehlercode und Häufigkeit notieren – für den Fachbetrieb extrem hilfreich.
  5. Einmal quittieren nach Anleitung ist in Ordnung. Wiederholt die Therme den Fehler, nicht dauernd weiter resetten.

Zündelektrode und Ionisationselektrode: der Unterschied

Viele Thermen haben zwei Elektroden im Brennraum. Die Zündelektrode erzeugt mit Hochspannung einen Funken und entzündet das Gas-Luft-Gemisch. Die Ionisationselektrode misst danach, ob die Flamme wirklich brennt. Bei manchen Geräten erledigt ein Bauteil beide Aufgaben. Die Steuerung schaltet dann nach der Zündung auf Messung um.

Für dich ist wichtig: Ein Fehler „keine Flamme“ bedeutet nicht automatisch, dass die Zündung versagt. Oft brennt die Flamme kurz, wird aber nicht erkannt. Das hörst du manchmal: Der Brenner zündet hörbar und geht nach wenigen Sekunden wieder aus. Dazu passt auch der Ratgeber Therme geht nach kurzer Zeit aus.

Wie der Fachbetrieb vorgeht

Bei der Fehlersuche misst der Techniker meist den Ionisationsstrom mit einem Messgerät oder liest ihn im Servicemenü ab. Liegt der Wert unter dem Mindestwert des Herstellers, prüft er Elektrode, Kabel, Stecker und Erdung. Oft reicht es nicht, die Elektrode nur zu reinigen. Eine oxidierte Oberfläche leitet schlechter, und ein Abschleifen kann die Beschichtung beschädigen. Viele Hersteller empfehlen deshalb den Austausch.

Nach dem Tausch prüft der Fachbetrieb die Verbrennung. Dazu gehört oft eine Abgasmessung. Stimmt das Gas-Luft-Verhältnis nicht, brennt die Flamme unruhig, und auch eine neue Elektrode liefert kein stabiles Signal. Mehr zu den Kosten liest du unter Kosten: Ionisationselektrode tauschen.

Vorbeugen durch Wartung

Die Elektrode verschleißt langsam. Bei der jährlichen Wartung wird ihr Zustand geprüft, der Brennraum gereinigt und die Verbrennung eingestellt. So lassen sich viele Flammenfehler vermeiden, bevor sie im Winter auftreten. Wie oft eine Wartung sinnvoll ist, steht unter Wie oft Therme warten. Das Zusammenspiel aller Sicherheitsfunktionen erklärt der Ratgeber Flammenüberwachung.

Warum nur der Fachmann?

Die Elektrode sitzt im Brennraum, direkt an Gasweg und Hochspannungszündung. Nach dem Tausch müssen Abstand, Dichtung und Verbrennung geprüft werden, oft mit Abgasmessung. Fehler hier können zu Verpuffungen oder CO-Bildung führen.

Wann der Fachmann ran muss

  • Der Flammenfehler kehrt zurück, obwohl Gas und Zuluft in Ordnung sind.
  • Die Therme zündet hörbar, geht aber nach wenigen Sekunden aus.
  • Die Wartung liegt länger als ein Jahr zurück.

Kosten (Richtwerte)

  • Ionisationselektrode als Ersatzteil: meist ca. 20–80 €.
  • Tausch inkl. Arbeitszeit und Anfahrt: ca. 120–250 €.
  • Bei Wartung oft gleich mit erledigt: Die Elektrode wird dabei geprüft und bei Bedarf getauscht; Dichtungen des Brenners sind dann ebenfalls fällig.

Kurz zusammengefasst

Die Ionisationselektrode meldet der Steuerung, ob eine Flamme brennt. Ist sie verschmutzt, verbogen oder schlecht angeschlossen, verriegelt die Therme mit einem Flammenfehler. Du prüfst Gashahn, Zuluft und Abgasmündung und entstörst einmal. Kehrt der Fehler zurück, gehört die Elektrode in die Hände des Fachbetriebs.

Redaktion Heizungsretter · Stand: · Angaben ohne Gewähr.