Vaillant ecoTEC (plus/pro/exclusive) Fehler F.27: Fremdlicht – Flammenvortäuschung
Kurzantwort
F.27 bedeutet bei der Vaillant ecoTEC: Die Therme erkennt ein Flammensignal, obwohl das Gasventil geschlossen sein sollte. Ursachen sind Feuchtigkeit auf der Elektronik, ein defekter Flammenwächter oder ein undichtes Gasmagnetventil. Das ist sicherheitsrelevant – nicht mehrfach entstören, Fachbetrieb rufen.
- Grün: selbst beheben
- Gelb: prüfen, dann Fachmann
- Dieser Code: Rot: sofort Fachmann
Rot heißt: nicht selbst eingreifen. Gerät ausgeschaltet lassen und einen Fachbetrieb oder Notdienst rufen. Bei Gasgeruch: Gasgeruch: was tun.
Ursachen (nach Häufigkeit)
- Feuchtigkeit auf der Elektronik (häufig)
- Flammenwächter bzw. Elektronik defekt (gelegentlich)
- Überwachungselektrode verschmutzt oder beschädigt (gelegentlich)
- Gasmagnetventil undicht (selten)
Jede Gastherme überwacht die Flamme elektrisch. Eine Ionisationselektrode Ein dünner Metallstift in der Flamme. Über einen winzigen Strom erkennt die Therme, ob wirklich eine Flamme brennt – sonst schließt sie das Gas. Mehr dazu → ragt in die Flamme, und die Elektronik misst den kleinen Strom, der durch die Flamme fließt. So weiß die Therme jederzeit, ob Gas brennt. Bei F.27 meldet dieser Kreis eine Flamme, obwohl das Gasarmatur Das Ventil in der Therme, das Gas zum Brenner freigibt und die Menge regelt. Nur Fachbetriebe dürfen daran arbeiten. Mehr dazu → geschlossen ist und keine Flamme brennen dürfte. Vaillant nennt das „Flammenvortäuschung“, in älteren Anleitungen „Fremdlicht“.
Das ist einer der heikelsten Fehler, weil zwei sehr verschiedene Situationen dahinterstecken können: Die Elektronik täuscht sich, oder es brennt tatsächlich noch Gas. Die Therme kann das nicht unterscheiden und geht in Sicherheitsabschaltung.
Die Anleitung zur ecoTEC plus ../5-5 R2 nennt drei Ursachen:
Feuchtigkeit auf der Elektronik. Feuchte Kontakte leiten Strom, wo keiner fließen sollte. Für die Elektronik sieht das wie ein Flammensignal aus. Typisch ist F.27 nach einem Wasserschaden, bei tropfenden Leitungen über dem Gerät oder in sehr feuchten Räumen.
Elektronik (Flammenwächter) defekt. Die Auswerteschaltung auf der Platine Die Elektronik der Heizung – sozusagen ihr Gehirn. Sie steuert alle Bauteile und zeigt Fehlercodes an. Mehr dazu → kann selbst ausfallen. Bei der älteren ecoTEC ../3-5 ist das die einzige genannte Ursache: „Flammenwächter defekt“.
Gasmagnetventil undicht. Schließt das Ventil nicht vollständig, strömt eine kleine Menge Gas nach und brennt weiter. Dann ist das Flammensignal echt.
Die ..6/5-5-Anleitung fasst die Prüfpunkte zusammen: Gasmagnetventil, Überwachungselektrode und Leiterplatte. Eine verschmutzte oder verbogene Elektrode gehört damit ebenfalls zu den Kandidaten.
Was du selbst prüfen kannst
- Auf Gasgeruch achten. Riechst du Gas, keine Schalter betätigen, Fenster öffnen, Haus verlassen und von draußen den Gas-Notdienst anrufen. Details im Ratgeber Gasgeruch – was tun.
- Nach Feuchtigkeit schauen. Tropft Wasser auf die Therme, läuft Kondensat Leicht saures Wasser, das in einer Brennwerttherme aus dem Abgas entsteht. Es muss frei in den Abfluss laufen können. Mehr dazu → an der Wand herunter oder ist der Raum sehr feucht? Sichtbare Nässe gehört in die Notizen für den Fachbetrieb.
- Einmal Entstören Die Therme nach einer Störabschaltung per Taste wieder freigeben – also ein „Reset“. Mehr als ein, zwei Versuche bringen nichts. Mehr dazu →. Nur wenn kein Gasgeruch wahrnehmbar ist. Kommt F.27 zurück, Therme ausgeschaltet lassen.
- Gashahn schließen, wenn F.27 wiederkehrt. Damit ist die Gaszufuhr sicher unterbrochen, bis der Techniker kommt. So lange gibt es keine Heizung und kein Warmwasser.
- Umstände notieren. Wann tritt F.27 auf – beim Einschalten, nach dem Abschalten des Brenners, nach Regentagen?
Versuche nicht, die Elektronik mit einem Föhn oder Heizlüfter zu trocknen. Das Gehäuse bleibt zu.
Warum Feuchtigkeit so oft der Auslöser ist
Der Strom, mit dem die Flamme überwacht wird, ist winzig. Schon ein feuchter Film auf Platine, Stecker oder Elektrodenkabel kann einen vergleichbaren Strom leiten. Die Elektronik hält das dann für eine Flamme. Typische Quellen sind eine undichte Leitung über der Therme, Kondenswasser in einem kalten Keller, Wäsche, die im selben Raum trocknet, oder eingedrungenes Regenwasser. Ist Feuchtigkeit die Ursache, muss neben der Reparatur auch die Quelle beseitigt werden, sonst kehrt F.27 zurück.
Wann der Fachmann ran muss
Kommt F.27 nach einem Entstören wieder oder ist er mit Gasgeruch verbunden, gehört er sofort in die Hände eines Fachbetriebs. Der Techniker prüft zuerst, ob Feuchtigkeit im Spiel ist, und sucht deren Quelle. Danach kontrolliert er Überwachungselektrode und Kabel und misst, ob nach dem Abschalten noch ein Flammensignal anliegt. Die Dichtheit des Gasmagnetventils prüft er mit den dafür vorgesehenen Messungen an der Gasarmatur.
Je nach Befund werden Elektronik getrocknet, die Elektrode erneuert, die Leiterplatte oder die Gasarmatur getauscht. Ein Elektrodentausch ist vergleichsweise günstig. Leiterplatte oder Gasarmatur sind teurer, aber bei einem undichten Gasventil unverzichtbar.
Arbeiten an der Gasarmatur dürfen nur eingetragene Fachbetriebe ausführen. Nach der Reparatur muss die Dichtheit des Gaswegs geprüft werden.
Quellen: ecoTEC plus VC/VCW ..6/5-5, Installations- und Wartungsanleitung 0020245027_01, Anhang E (S. 43–45); ecoTEC plus VC/VCW ../5-5 R2, Installations- und Wartungsanleitung 0020116698_01 (S. 47–48); ecoTEC VC/VCW ../3-5, Installations- und Wartungsanleitung 0020029091_02, Tab. 9.4 (S. 43).
Elektronik auf Feuchtigkeit prüfen, Überwachungselektrode und Gasarmatur testen
| Anfahrt · Pauschale | 50 € |
|---|---|
| Arbeitszeit · 1–2 Std. × 90 € | 90–180 € |
| ggf. Elektrode, Leiterplatte oder Gasarmatur | 0–350 € |
| Summe | 140–580 € |
Annahmen, keine Preise eines bestimmten Betriebs: 90 €/Std. Arbeitszeit, 50 € Anfahrt, Teile ohne genauere Angabe pauschal 50 €. Tatsächliche Kosten hängen von Region, Betrieb und Befund ab.
FAQ
Was heißt Flammenvortäuschung?
Die Überwachungselektrode meldet eine Flamme zu einem Zeitpunkt, an dem keine brennen dürfte – etwa vor dem Zünden oder nach dem Abschalten. Entweder misst die Elektronik falsch, oder es brennt tatsächlich noch Gas, weil das Ventil nicht dicht schließt.
Warum ist F.27 rot eingestuft?
Weil die Flammenüberwachung die wichtigste Schutzfunktion einer Gastherme ist. Solange nicht klar ist, ob die Elektronik spinnt oder Gas nachströmt, darf das Gerät nicht einfach weiterlaufen.
Kann eine feuchte Waschküche F.27 auslösen?
Ja. Vaillant nennt Feuchtigkeit auf der Elektronik als erste Ursache. Kondenswasser, Tropfwasser aus einer undichten Leitung oder sehr feuchte Raumluft können das Flammensignal verfälschen.
Was ist der Unterschied zu F.62?
F.62 meldet, dass das Flammensignal nach dem Abschalten zu langsam verschwindet. F.27 meldet ein Flammensignal, wo gar keines sein dürfte. Beide können auf ein undichtes Gasventil hindeuten.
Redaktion Heizungsretter · Stand: · Keine Eingriffe am Gasweg. Angaben ohne Gewähr.