Viessmann Vitodens 200-W Fehler EE: Flammensignal fehlt
Kurzantwort
Beim Brennerstart ist kein oder ein zu schwaches Flammensignal vorhanden. Gaszufuhr prüfen und einmal entriegeln – kommt EE wieder, Fachbetrieb rufen.
Ursachen (nach Häufigkeit)
- Gaszufuhr unterbrochen (häufig)
- Ionisationselektrode (gelegentlich)
- Kondensatstau oder Abgasweg behindert (gelegentlich)
- Gasdruck zu niedrig oder Gasarmatur defekt (selten)
EE bedeutet: Die Therme hat einen Zündversuch gestartet, aber in der vorgesehenen Zeit kein oder nur ein zu schwaches Flammensignal erkannt. Aus Sicherheitsgründen schließt sie dann das Gasventil und geht auf Störung. So verhindert sie, dass unverbranntes Gas ausströmt. Das Muster ähnelt F4, deshalb lohnt sich ein Blick auf beide Codes. Welche Bezeichnung dein Gerät zeigt, hängt von Baujahr und Softwarestand ab – das Typenschild unter der Frontverkleidung verrät die genaue Gerätegeneration.
Gaszufuhr unterbrochen
Die häufigste Ursache. Der Gashahn unter der Therme ist nach Arbeiten am Haus geschlossen geblieben, der Gaszähler hat abgeschaltet oder der Netzbetreiber hat eine Störung. Ohne Gas entsteht keine Flamme, die Therme meldet EE. Typisch: Die Störung kommt plötzlich, und auch der Gasherd bleibt aus.
Ionisationselektrode
Die Therme erkennt die Flamme über einen sehr kleinen Strom, der durch die Flamme zur Ionisationselektrode fließt. Ist die Elektrode verschmutzt, verbogen oder korrodiert, reicht das Signal nicht aus. Die Flamme brennt dann oft kurz und geht sofort wieder aus. Die Elektrode ist ein Verschleißteil. Nach einigen Jahren ohne Wartung ist ein schwaches Signal nicht ungewöhnlich. Mehr dazu im Ratgeber Ionisationselektrode.
Kondensat und Abgasweg
Staut sich Kondensat, weil Siphon oder Ablaufschlauch verstopft sind, oder ist die Zuluft behindert, brennt die Flamme unruhig. Auch das kann ein schwaches Flammensignal verursachen. Typisch: EE tritt bei Frost auf, wenn ein Ablauf im Freien einfriert, oder nach Sturm, wenn Laub die Zuluft verlegt.
Gasdruck oder Gasarmatur
Seltener ist der Gasfließdruck zu niedrig oder die Gasarmatur öffnet nicht richtig. Das kann nur ein Fachbetrieb messen. Ein Hinweis darauf: EE kommt vor allem bei hoher Last, wenn gleichzeitig andere Gasgeräte laufen.
Was du selbst prüfen kannst
Alle Schritte sind von außen möglich. Öffne nicht das Gehäuse der Therme. Riechst du Gas, brich sofort ab und folge dem Ratgeber Gasgeruch – was tun.
- Andere Gasgeräte testen. Funktioniert ein Gasherd oder ein zweites Gasgerät? Wenn nicht, liegt das Problem wahrscheinlich an der Gasversorgung und nicht an der Therme. Dann den Netzbetreiber anrufen.
- Gashahn prüfen. Der gelbe Griff des Gashahns unter der Therme muss in Richtung der Leitung zeigen. Steht er quer zur Leitung, ist er geschlossen. Langsam öffnen. Hilfe beim Finden gibt der Ratgeber Gashahn finden und prüfen.
- Gaszähler ansehen. Manche Zähler haben eine Sicherheitsabschaltung. Zeigt das Display eine Meldung oder ist ein Ventil zu, den Netzbetreiber fragen.
- Kondensatschlauch prüfen. Ist der Schlauch vom Siphon zum Abfluss geknickt, verstopft oder hängt er durch? Einen Knick kannst du vorsichtig beheben. Mehr im Ratgeber Kondensatablauf verstopft.
- Zuluft und Abgas außen prüfen. Bei Geräten mit Dachdurchführung oder Wandanschluss: Ist die Öffnung frei von Laub, Schnee oder Nestern?
- Einmal entriegeln. Drücke die Entriegelungstaste und beobachte die Therme einige Minuten. Startet sie normal, war es vermutlich eine einmalige Unterbrechung der Gaszufuhr. Details stehen unter Therme resetten.
- Umstände notieren. Notiere Datum, Uhrzeit und was vorher los war: Frost, Sturm, Arbeiten am Gasnetz, viel Warmwasser gezapft? Das hilft dem Techniker.
Entriegele nur einmal. Jeder weitere Zündversuch belastet Zündung und Elektroden und lässt unverbranntes Gas in den Brennraum strömen.
Wann der Fachmann ran muss
Kommt EE nach einem Reset wieder, obwohl Gas anliegt, liegt die Ursache im Gerät. Solange die Therme gesperrt ist, gibt es weder Heizung noch Warmwasser. Im Winter kann deshalb ein Notdienst sinnvoll sein.
Ein Fachbetrieb geht meist so vor:
- Er liest den Fehlerspeicher aus und sieht, wie oft EE aufgetreten ist.
- Er misst den Ionisationsstrom.
- Er prüft und reinigt die Ionisationselektrode oder tauscht sie.
- Er misst den Gasfließdruck und prüft die Gasarmatur.
- Er kontrolliert Siphon, Kondensatablauf und Abgasweg.
Der Tausch einer Elektrode ist meist in unter einer Stunde erledigt und ein günstiges Verschleißteil. Deutlich teurer wird es nur, wenn die Gasarmatur ersetzt werden muss. Frag beim Anruf nach Anfahrtspauschale und Stundensatz. Hast du einen Wartungsvertrag, ist der Einsatz teilweise schon abgedeckt.
Tritt EE gelegentlich auf und verschwindet wieder, solltest du den Fehler trotzdem bei der nächsten Wartung ansprechen. Ein langsam schwächer werdendes Flammensignal ist ein typisches Verschleißzeichen. Wer es früh beheben lässt, vermeidet einen Ausfall an einem kalten Wintertag.
Arbeiten an Gasweg, Brenner und Elektroden dürfen nur eingetragene Fachbetriebe durchführen.
Fehlersuche, Ionisationsstrom messen, ggf. Elektrode tauschen
| Anfahrt · Pauschale | 50 € |
|---|---|
| Arbeitszeit · 0,5–1,5 Std. × 90 € | 45–135 € |
| ggf. Ionisationselektrode | 0–80 € |
| Summe | 95–265 € |
Annahmen, keine Preise eines bestimmten Betriebs: 90 €/Std. Arbeitszeit, 50 € Anfahrt, Teile ohne genauere Angabe pauschal 50 €. Tatsächliche Kosten hängen von Region, Betrieb und Befund ab.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen EE und F4?
Beide betreffen die Flammenerkennung. Die genaue Abgrenzung hängt von der Softwareversion ab – die Herstelleranleitung nennt sie.
Kann ich mit EE weiter heizen?
Nein, der Brenner bleibt gesperrt, bis die Störung behoben ist.
Wie oft darf ich entriegeln?
Einmal. Wiederholte Resets beheben die Ursache nicht.
Redaktion Heizungsretter · Stand: · Keine Eingriffe am Gasweg. Angaben ohne Gewähr.