Wie alt darf eine Therme werden?

Kurz gesagt

Eine Gastherme hält typischerweise 15 bis 20 Jahre, gut gewartete Geräte auch länger. Eine feste Altersgrenze für moderne Brennwert- und Niedertemperaturgeräte gibt es nicht. Nur alte Konstanttemperaturkessel fallen nach bisheriger Regel nach 30 Jahren unter eine Austauschpflicht, mit Ausnahmen.

„Meine Therme ist 18 Jahre alt – muss die jetzt raus?“ Nicht unbedingt. Das Alter allein entscheidet nicht. Wichtiger sind Zustand, Sicherheit, Ersatzteile und Verbrauch.

Typische Lebensdauer

Grobe Richtwerte:

Anlage Übliche Lebensdauer
Gas-Brennwerttherme (Wand) ca. 15–20 Jahre
Gas- oder Öl-Standkessel ca. 20–30 Jahre
Wärmepumpe ca. 15–25 Jahre
Umwälzpumpe ca. 10–15 Jahre
Ausdehnungsgefäß ca. 10–20 Jahre

Regelmäßige Wartung, gutes Heizungswasser und ein nicht überdimensioniertes Gerät verlängern die Lebensdauer deutlich.

Gibt es eine gesetzliche Altersgrenze?

Nach dem bisherigen Gebäudeenergiegesetz galt: Konstanttemperaturkessel für Öl oder Gas mit 4 bis 400 kW, die älter als 30 Jahre sind, müssen ausgetauscht werden. Ausgenommen sind Brennwert- und Niedertemperaturkessel sowie Eigentümer, die ihr Ein- oder Zweifamilienhaus schon vor dem 1. Februar 2002 selbst bewohnt haben. Eine typische Wand-Gastherme ist davon meist nicht betroffen.

Seit dem 29. Juli 2026 gilt das neue Gebäudemodernisierungsgesetz. Prüfe mit deinem Schornsteinfeger oder Energieberater, ob und wie diese Austauschregel dort fortgeführt wird. Der Schornsteinfeger weist in der Regel auf eine bestehende Austauschpflicht hin. Das ist keine Rechtsberatung.

Anzeichen, dass ein Tausch näher rückt

  • Häufige Störungen, besonders mehrere unterschiedliche.
  • Teure Reparaturen stehen an (Wärmetauscher, Platine).
  • Ersatzteile sind schwer oder nicht mehr zu bekommen.
  • Abgaswerte beim Schornsteinfeger werden knapp.
  • Hoher Verbrauch im Vergleich zu ähnlichen Haushalten.
  • Korrosion oder Wasserspuren am Gerät.

Was du selbst prüfen kannst

  1. Baujahr auf dem Typenschild oder in den Unterlagen nachsehen.
  2. Wartungsprotokolle und Schornsteinfeger-Messungen sammeln.
  3. Verbrauch über die letzten Jahre vergleichen.
  4. Den Wartungstechniker direkt fragen, wie er den Zustand einschätzt und ob Ersatzteile noch lieferbar sind.

Öffne nie die Verkleidung, um nach dem Typenschild zu suchen – oft steht es außen, im Bedienfeld oder in der Anleitung.

Alt, aber gut?

Eine 20 Jahre alte, gepflegte Therme kann noch sicher laufen. Wichtig ist, dass sie regelmäßig gewartet wird und die Messwerte stimmen. Plane trotzdem vorausschauend: Hol dir Angebote ein, bevor das Gerät im Winter ausfällt, und prüfe, ob Förderung für einen Umstieg infrage kommt (siehe „Förderung Heizungstausch 2026“).

Reparieren oder tauschen?

Irgendwann steht bei jeder älteren Therme eine größere Reparatur an. Dann stellt sich die Frage, ob sich das noch lohnt. Eine feste Regel gibt es nicht, aber ein paar Anhaltspunkte helfen.

Alter und Reparaturkosten ins Verhältnis setzen. Viele Fachbetriebe nutzen eine einfache Faustregel: Ist das Gerät schon am Ende seiner üblichen Lebensdauer und kostet die Reparatur einen größeren Teil eines Neugeräts, spricht viel für den Tausch. Eine kleine Reparatur wie eine Elektrode oder ein Fühler lohnt sich dagegen fast immer, auch bei älteren Geräten.

Ersatzteillage prüfen. Hersteller liefern Ersatzteile meist noch viele Jahre nach dem Produktionsende. Irgendwann werden einzelne Teile aber knapp oder teuer. Fällt dann die Platine aus, steht die Anlage im schlimmsten Fall mehrere Tage still. Frag deinen Techniker, ob für dein Modell noch alle wichtigen Teile verfügbar sind.

Folgekosten bedenken. Eine alte Therme verbraucht oft mehr Energie als ein neues Gerät. Das gilt besonders für Geräte ohne Brennwerttechnik oder mit schlecht eingestellter Regelung. Der Unterschied hängt stark vom Haus und vom Nutzungsverhalten ab. Ein Energieberater kann das für dein Haus abschätzen.

Zukunft planen. Mit dem Tausch entscheidest du über viele Jahre Heizungstechnik. Kläre vorher, welche Anforderungen an neue Heizungen gelten und welche Förderungen es aktuell gibt. Diese Regeln ändern sich häufiger. Lass dich beraten, bevor du dich festlegst.

Tausch planen statt im Notfall entscheiden

Fällt die Heizung mitten im Winter aus, fehlt oft die Zeit für Vergleiche. Dann wird eingebaut, was schnell lieferbar ist. Besser ist es, den Tausch vorzubereiten, sobald deine Therme in die Jahre kommt.

  1. Zustand dokumentieren. Sammle Wartungsprotokolle, Messwerte und Reparaturrechnungen.
  2. Angebote einholen. Hol dir mindestens zwei bis drei Angebote für unterschiedliche Lösungen.
  3. Förderung klären. Anträge müssen oft vor der Auftragsvergabe gestellt werden.
  4. Notfallplan machen. Frag deinen Betrieb, wie schnell er im Ernstfall ein Ersatzgerät liefern könnte.

So hast du die Wahl und musst dich nicht unter Zeitdruck entscheiden.

Wann der Fachmann ran muss

Bei Abgasgeruch, wiederkehrenden Störungen, Wasseraustritt oder wenn der Schornsteinfeger Mängel feststellt, muss ein Fachbetrieb ran – unabhängig vom Alter. Bei Gasgeruch: Fenster auf, keine Schalter, Haus verlassen, Gas-Notdienst von draußen anrufen.

Redaktion Heizungsretter · Stand: · Angaben ohne Gewähr.