Heizungsdruck fällt ständig: Ursachen finden
Kurz gesagt
Fällt der Druck immer wieder, ist meist das Ausdehnungsgefäß defekt, das Überdruckventil tropft oder es gibt eine kleine Undichtigkeit. Einmaliges Nachfüllen nach dem Entlüften ist normal, ständiges Nachfüllen nicht – das sollte ein Fachbetrieb prüfen.
Nach dem Entlüften sinkt der Druck ein wenig – das ist normal. Musst du aber jede Woche oder jeden Monat Wasser nachfüllen, verliert die Anlage irgendwo Wasser oder kann den Druck nicht halten.
Ursachen
Ausdehnungsgefäß defekt oder ohne Vordruck. Die häufigste Ursache. Ist die Membran kaputt oder der Vordruck zu niedrig, steigt der Druck beim Aufheizen stark an, das Überdruckventil öffnet und Wasser geht verloren. Beim Abkühlen fällt der Druck dann ab.
Überdruckventil tropft. Durch Schmutz oder Alter schließt es nicht mehr ganz.
Undichtigkeiten. An Heizkörperventilen, Verschraubungen, Entlüftern oder im Estrich (Fußbodenheizung). Kleine Lecks verdunsten oft unbemerkt.
Automatischer Entlüfter undicht. Er kann Wasser verlieren statt nur Luft.
Wärmetauscher im Speicher undicht. Seltener: Heizungswasser gelangt ins Trinkwasser. Dann steigt der Druck manchmal sogar.
Luftabscheidung nach Füllen. Frisch gefülltes Wasser gast in den ersten Wochen aus. Etwas Druckverlust ist dann normal.
Was du selbst prüfen kannst
- Notiere den Druck täglich bei kalter und warmer Anlage. Große Unterschiede (mehr als ca. 0,5–0,8 bar) deuten auf ein Problem mit dem Ausdehnungsgefäß hin.
- Prüfe das Abflussrohr des Überdruckventils (oft in einen Trichter geführt): Ist es feucht oder tropft es?
- Kontrolliere alle sichtbaren Heizkörperventile und Verschraubungen auf Feuchtigkeit, Kalkränder oder Rostspuren.
- Schaue unter die Therme auf Tropfspuren.
- Prüfe Decken und Wände unter Heizungsrohren auf Flecken.
- Fülle nur bis zum Sollwert nach, nicht mehr.
Öffne das Gerät nicht und prüfe den Vordruck des Ausdehnungsgefäßes nicht selbst, wenn du dafür Anlagenteile entleeren müsstest.
Leck oder Ausdehnungsgefäß? So grenzt du ein
Das Drucktagebuch zeigt oft schon die Richtung:
- Druck steigt beim Heizen stark und fällt beim Abkühlen stark: Das Ausdehnungsgefäß gleicht nicht mehr richtig aus. Häufig öffnet dann bei Höchstdruck das Sicherheitsventil. Siehe Ausdehnungsgefäß prüfen.
- Druck fällt langsam und gleichmäßig, egal ob warm oder kalt: Das spricht eher für eine kleine Undichtigkeit.
- Druck fällt nur nach dem Entlüften: normal, solange er danach stabil bleibt.
- Druck steigt ohne Heizbetrieb an: möglicher Wassereintrag, etwa über einen undichten Füllhahn oder einen Speicher-Wärmetauscher. Das gehört zum Fachbetrieb. Mehr dazu unter Heizungsdruck zu hoch.
Wie viel Druckverlust ist normal?
Eine dichte Anlage mit intaktem Ausdehnungsgefäß verliert kaum Druck. Einmal im Jahr etwas nachzufüllen ist meist unkritisch. In den ersten Wochen nach dem Befüllen oder nach größeren Arbeiten sinkt der Druck etwas stärker, weil noch Luft entweicht. Danach sollte er über Monate annähernd gleich bleiben. Wie du richtig abliest und nachfüllst, steht im Ratgeber Heizungsdruck prüfen.
Versteckte Lecks
Nicht jedes Leck ist sichtbar. Bei Fußbodenheizungen oder Rohren in Wand und Estrich verdunstet das Wasser oft, bevor es auffällt. Anzeichen können sein:
- Feuchte oder warme Stellen am Boden.
- Aufquellendes Parkett oder Laminat.
- Muffiger Geruch oder Schimmel an Wänden in der Nähe von Leitungen.
- Salzränder an Heizkörperanschlüssen.
Fachbetriebe arbeiten bei der Leckortung mit Wärmebildkameras, Druckproben oder Formiergas. Das ist deutlich gezielter als Aufstemmen auf Verdacht.
Was du nicht tun solltest
- Keine Dichtmittel auf eigene Faust in die Anlage geben. Sie können Ventile, Pumpen und Wärmetauscher verstopfen.
- Das Sicherheitsventil nicht verschließen oder den Ablauf abklemmen. Es schützt die Anlage vor gefährlichem Überdruck.
- Nicht dauerhaft über den Sollwert füllen, um Verluste auszugleichen. Das verschärft das Problem.
Kosten (Richtwerte)
Prüfung und Einstellung des Ausdehnungsgefäßes: 80–180 €. Neues Ausdehnungsgefäß: 200–500 €. Neues Sicherheitsventil: 80–200 €. Leckortung: 200–600 €, je nach Aufwand.
Wann der Fachmann ran muss
- Du musst öfter als ein- bis zweimal im Jahr nachfüllen.
- Das Überdruckventil tropft.
- Du findest feuchte Stellen, die du nicht zuordnen kannst.
- Die Therme geht wegen Wassermangel auf Störung.
Warum ständiges Nachfüllen schadet
Jedes Nachfüllen bringt frischen Sauerstoff und Kalk ins System. Das fördert Korrosion und Ablagerungen im Wärmetauscher. Die Ursache zu beheben ist deshalb günstiger als dauerhaftes Nachfüllen.
Hilfreich ist ein kleines Drucktagebuch: Datum, Uhrzeit, Druck kalt, Druck warm und ob du nachgefüllt hast. Schon nach einer Woche erkennt ein Fachbetrieb daran oft, ob das Ausdehnungsgefäß, das Sicherheitsventil oder ein Leck die Ursache ist.
Kurz zusammengefasst
Ein leichter Druckverlust nach dem Entlüften ist normal. Musst du regelmäßig nachfüllen, steckt meist ein Ausdehnungsgefäß ohne Vordruck, ein tropfendes Sicherheitsventil oder ein Leck dahinter. Führe ein Drucktagebuch, kontrolliere sichtbare Stellen und lass die Ursache vom Fachbetrieb beheben.
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