Wolf FGB Fehler 107: Anlagendruck Heizkreis außerhalb des Bereichs

Kurzantwort

Code 107 an der Wolf FGB heißt: Der Drucksensor im Heizkreis misst einen Wert außerhalb des zulässigen Bereichs, fast immer zu wenig Wasser. Den Druck liest du bei der FGB über die Infotaste im Display ab. Nachfüllen löst es meist; sinkt der Druck ständig, muss ein Fachbetrieb Leck oder Ausdehnungsgefäß prüfen.

Ursachen (nach Häufigkeit)

  • Wasser über Monate oder beim Entlüften verloren (häufig)
  • Membran-Ausdehnungsgefäß ohne Vorfüllung (gelegentlich)
  • Tropfendes Sicherheitsventil oder undichte Verschraubung (gelegentlich)
  • Drucksensor oder Kabel defekt (selten)

Die Wolf FGB misst den Wasserdruck ihres Heizkreises nicht über einen mechanischen Schalter, sondern mit einem elektronischen Drucksensor im Gerät. Den Messwert zeigt die Therme dir direkt an: Mit der Infotaste blätterst du durch die Anlagenwerte, einer davon ist der Druck in bar. Code 107, in neueren Wolf-Unterlagen als „HK-Druck“ geführt, erscheint, wenn dieser Wert den zulässigen Bereich verlässt. Die Therme sperrt dann den Brenner, damit der wasserarme Kompakt-Wärmetauscher nicht trocken heizt.

Gerade bei der FGB ist das sinnvoll. Ihr Wärmetauscher enthält wenig Wasser und reagiert empfindlich auf Luft. Sinkt der Druck, folgt ohne diese Sperre schnell eine Übertemperatur mit Code 01.

Wasser nach und nach verloren

Der Normalfall. Kleinste Mengen entweichen über automatische Entlüfter oder beim Entlüften der Heizkörper. In einer Etagenwohnung mit wenig Heizkörpern macht schon ein halber Liter viel aus, weil das Anlagenvolumen klein ist.

Ausdehnungsgefäß ohne Vorfüllung

Das Membrangefäß puffert die Ausdehnung beim Aufheizen. Verliert es seine Gasfüllung, springt der Druck beim Heizen hoch und fällt kalt tief ab. Beim Hochspringen öffnet oft das Sicherheitsventil und lässt Wasser raus, danach fehlt es. Typisches Muster: morgens 107, obwohl gestern Abend alles lief. Mehr unter Ausdehnungsgefäß prüfen.

Undichte Stelle

Bei Kompaktgeräten sind die Anschlüsse unter der Therme dicht gedrängt. Ein Tropfen an einer Verschraubung verdunstet oft auf warmen Rohren und hinterlässt nur weiße Krusten. Auch Heizkörperventile und Fußboden-Verteiler sind Kandidaten.

Kurz nach Einbau oder Wartung

Bei einer frisch montierten FGB entweicht in den ersten Wochen noch Restluft aus Heizkörpern und Gerät. Der Druck fällt dann einmalig spürbar. Einmal nachfüllen und danach beobachten ist in dieser Phase normal und kein Hinweis auf einen Defekt.

Sensor defekt

Zeigt ein separates Manometer gute Werte, das Display aber Unsinn oder 107, kann der Drucksensor oder sein Stecker schuld sein.

Was du selbst prüfen kannst

  1. Druck im Display prüfen. Infotaste drücken, zu den Anlagenwerten blättern und den Druck ablesen. Vergleiche ihn mit dem Wert aus deinem Übergabeprotokoll. Allgemeine Hinweise gibt Heizungsdruck prüfen.
  2. Zu hoch oder zu tief? Liegt der Wert über dem Sollwert, nichts ablassen, sondern Fachbetrieb anrufen.
  3. Bei zu wenig Druck auffüllen. Befüllschlauch am Füllhahn ansetzen, vorher mit Wasser füllen, langsam öffnen und im Display mitlesen. Mach das nur, wenn du es schon gezeigt bekommen hast.
  4. Beim Sollwert stoppen. Überfüllen rächt sich beim Aufheizen am Sicherheitsventil.
  5. 107 quittieren. Oft verschwindet der Code, sobald der Druck stimmt. Sonst einmal die Reset-Taste drücken, siehe Therme resetten.
  6. Unter der Therme nachsehen. Achte auf Tropfen, Krusten oder feuchte Wände an den Anschlüssen und am Abfluss des Sicherheitsventils.
  7. Eine Woche Protokoll führen. Jeden Morgen den Druck im kalten Zustand notieren. So siehst du, ob er hält.

Wann der Fachmann ran muss

Musst du öfter als ein- oder zweimal pro Heizperiode nachfüllen, stimmt etwas nicht. Hilfe bei der Einordnung gibt Heizungsdruck fällt ständig. Ebenfalls ein Fall für den Profi: Druck zu hoch, tropfendes Sicherheitsventil, Wasser unter dem Gerät oder ein Display-Wert, der nicht zum Manometer passt.

Der Techniker misst den Vordruck des Ausdehnungsgefäßes bei drucklosem Heizkreis, sucht die undichte Stelle und prüft den Sensor. Wiederholtes Auffüllen mit Leitungswasser bringt Sauerstoff und Kalk in den kompakten Wärmetauscher der FGB, das fördert Ablagerungen. Mehr dazu unter Heizungswasser nach VDI 2035.

Diese Seite ersetzt keine Reparaturanleitung. Verbindlich ist die Montage- und Wartungsanleitung deiner FGB, die oben verlinkt ist.

Typische Reparatur
Nachfüllen selbst kostenlos; Fachbetrieb prüft Vordruck, sucht Leck, tauscht ggf. Sensor oder Gefäß
Richtwert95–500 €
So rechnen wir
Anfahrt · Pauschale50 €
Arbeitszeit · 0,5–2 Std. × 90 €45–180 €
Drucksensor Heizkreis0–90 €
ggf. externes Ausdehnungsgefäß0–180 €
Summe95–500 €

Annahmen, keine Preise eines bestimmten Betriebs: 90 €/Std. Arbeitszeit, 50 € Anfahrt, Teile ohne genauere Angabe pauschal 50 €. Tatsächliche Kosten hängen von Region, Betrieb und Befund ab.

FAQ

Wo sehe ich an der FGB den aktuellen Druck?

Über die Infotaste am Bedienfeld blätterst du zu den Anlagenwerten, dort zeigt die FGB den Druck in bar an. Ein separates Zeigermanometer gibt es je nach Installation zusätzlich unter dem Gerät.

Hat die FGB ein eingebautes Ausdehnungsgefäß?

Das hängt von Modell und Einbau ab. Bei vielen Anlagen hängt das Gefäß neben der Therme an der Wand. Dein Installateur weiß, wo es sitzt und welchen Vordruck es braucht.

Darf ich bei zu hohem Druck Wasser ablassen?

Lieber nicht. Zu hoher Druck deutet meist auf ein defektes Ausdehnungsgefäß. Das gehört in Fachhände.

Redaktion Heizungsretter · Stand: · Keine Eingriffe am Gasweg. Angaben ohne Gewähr.