Vaillant ecoTEC (plus/pro/exclusive) Fehler F.22: Trockenbrand – Wassermangel im Heizkreis
Kurzantwort
F.22 meldet Wassermangel bzw. Trockenbrandgefahr: Der Wasserdruck in der Anlage ist zu niedrig oder die Pumpe fördert nicht richtig. Meist hilft es, den Druck fachgerecht auf den Sollwert aufzufüllen. Sinkt der Druck immer wieder, gibt es ein Leck oder ein Problem am Ausdehnungsgefäß.
Ursachen (nach Häufigkeit)
- Anlagendruck zu niedrig (häufig)
- Luft im System oder Pumpe blockiert (gelegentlich)
- Undichtigkeit oder defektes Ausdehnungsgefäß (gelegentlich)
- Drucksensor oder Kabel defekt (selten)
F.22 steht für Trockenbrand. Das Gerät erkennt zu wenig Wasser im Heizkreis und schaltet ab, damit der Wärmetauscher nicht überhitzt. Ohne Wasser würde die Wärme vom Brenner nicht abgeführt, und das Gerät könnte Schaden nehmen. Die gute Nachricht: Häufig ist nur der Druck zu niedrig, und das lässt sich oft selbst beheben. Die genaue Auslösebedingung kann je nach ecoTEC-Generation leicht abweichen. Typenschild und Anleitung geben Auskunft.
Die Ursachen im Einzelnen:
Zu niedriger Anlagendruck. Über Monate verliert jede Anlage etwas Druck. Beim Entlüften der Heizkörper entweicht Luft, und das Wasser fehlt danach. Auch gelöste Gase im Wasser entweichen mit der Zeit. Ein- bis zweimal Nachfüllen pro Jahr ist normal.
Luft oder blockierte Pumpe. Nach längerem Stillstand oder nach Arbeiten an der Anlage kann Luft die Zirkulation stören. Eine Pumpe, die nach der Sommerpause festsitzt, fördert gar nicht. Beides sieht für die Therme ähnlich aus wie Wassermangel.
Undichtigkeit. Fällt der Druck regelmäßig, verliert die Anlage Wasser. Typische Stellen sind Heizkörperventile, Verschraubungen und das Sicherheitsventil. Oft verdunstet das Wasser, bevor du es bemerkst. Kalkränder oder braune Flecken verraten die Stelle.
Ausdehnungsgefäß. Es fängt die Volumenänderung beim Aufheizen auf. Hat es keinen Vordruck mehr, schwankt der Druck stark. Im Betrieb steigt er so hoch, dass das Sicherheitsventil abbläst. Kalt fehlt dann Wasser.
Drucksensor. Ein defekter Sensor oder ein beschädigtes Kabel kann falsche Werte liefern. Dann meldet die Therme F.22, obwohl der Druck am Manometer stimmt.
Was du selbst prüfen kannst
Nachfüllen darfst du selbst. Das geht über von außen zugängliche Hähne.
- Druck ablesen. Am Display, oft über die Taste „-" oder im Menü, oder am Manometer. Als Richtwert gelten 1,0 bis 2,0 bar im kalten Zustand, je nach Gebäudehöhe. Den genauen Sollwert findest du in der Anleitung oder auf einem Aufkleber des Installateurs.
- Wasser nachfüllen. Liegt der Druck unter etwa 0,8 bar, über den Füllhahn laut Anleitung nachfüllen. Den Schlauch vorher mit Wasser füllen, damit keine Luft hineinkommt. Langsam füllen, bis der Sollwert erreicht ist. Dann Hähne schließen.
- Nicht überfüllen. Über etwa 2,5 bis 3 bar öffnet das Sicherheitsventil. Beobachte das Manometer beim Füllen.
- Heizkörper entlüften. Danach erneut den Druck prüfen und bei Bedarf nachfüllen.
- Auf Tropfen achten. Unter dem Gerät und am Ablauf des Sicherheitsventils nach Tropfen schauen. Auch unter Heizkörpern nach Flecken suchen.
- Einmal entstören. Die Entstörtaste drücken und beobachten, ob das Gerät normal startet.
- Druck notieren. Über einige Tage täglich den Druck notieren, einmal kalt und einmal im Heizbetrieb.
Nicht das Gehäuse öffnen. Pumpe, Sensor und Elektrik überlässt du dem Fachbetrieb.
Mit welchem Wasser nachfüllen?
Kleine Mengen Leitungswasser sind meist unkritisch. Größere Mengen sollten nach VDI 2035 aufbereitet sein, weil Kalk und Sauerstoff den Wärmetauscher belasten. Musst du oft oder viel nachfüllen, frag deinen Heizungsbauer nach aufbereitetem Füllwasser.
Was die Notizen verraten
Fällt der Druck langsam über Wochen, deutet das auf ein kleines Leck. Steigt er im Betrieb stark und fällt kalt deutlich ab, ist meist das Ausdehnungsgefäß schuld. Bleibt er nach dem Nachfüllen stabil, war es ein normaler Verlust.
Wann der Fachmann ran muss
Wenn du mehrmals im Monat nachfüllen musst, ist das ein Warnsignal. Ein Fachbetrieb prüft Ausdehnungsgefäß, Sicherheitsventil und Pumpe und sucht nach Lecks. Er misst den Vordruck des Ausdehnungsgefäßes und füllt ihn bei Bedarf auf. Ist die Membran defekt, tauscht er das Gefäß.
Ebenso gehört F.22 zum Fachbetrieb, wenn der Fehler trotz korrektem Druck auftritt. Dann kommen Pumpe oder Drucksensor in Frage. Ein Sensortausch ist meist schnell erledigt.
Die Kosten oben sind Richtwerte. Selbst nachfüllen kostet nichts. Die Prüfung des Ausdehnungsgefäßes ist oft Teil der regulären Wartung.
Sofort rufen solltest du, wenn sichtbar Wasser aus der Therme läuft oder der Druck direkt nach dem Füllen wieder fällt. Dann nicht weiter nachfüllen und die Therme ausschalten, falls Wasser in die Nähe von Elektrik kommt.
Tipp: Bewahre das Füllset griffbereit neben der Therme auf und notiere den Sollwert direkt am Manometer. Dann bist du beim nächsten F.22 in wenigen Minuten wieder startklar. Und frag bei der nächsten Wartung gezielt nach dem Ausdehnungsgefäß.
Selbst nachfüllen oder Fachbetrieb: Leck suchen, MAG prüfen, Sensor tauschen
| Anfahrt · Pauschale | 50 € |
|---|---|
| Arbeitszeit · 0,5–1,5 Std. × 90 € | 45–135 € |
| ggf. Drucksensor oder Teile Ausdehnungsgefäß | 0–150 € |
| Summe | 95–335 € |
Annahmen, keine Preise eines bestimmten Betriebs: 90 €/Std. Arbeitszeit, 50 € Anfahrt, Teile ohne genauere Angabe pauschal 50 €. Tatsächliche Kosten hängen von Region, Betrieb und Befund ab.
FAQ
Welcher Druck ist richtig?
Als Richtwert 1,0–2,0 bar im kalten Zustand, je nach Gebäudehöhe. Den genauen Sollwert findest du in der Anleitung oder auf einem Aufkleber des Installateurs.
Warum fällt der Druck immer wieder?
Typisch sind kleine Lecks, ein tropfendes Sicherheitsventil oder ein Ausdehnungsgefäß ohne Vordruck. Das sollte ein Fachbetrieb prüfen.
Darf ich mit Leitungswasser nachfüllen?
Kleine Mengen sind meist unkritisch, größere Mengen sollten nach VDI 2035 aufbereitet sein. Frag im Zweifel deinen Heizungsbauer.
Redaktion Heizungsretter · Stand: · Keine Eingriffe am Gasweg. Angaben ohne Gewähr.