Heizung winterfest machen – Checkliste für den Herbst
Kurz gesagt
Vor dem Winter prüfst du Druck, entlüftest die Heizkörper, kontrollierst Thermostatventile und schaltest auf Winterbetrieb. Die jährliche Wartung sollte idealerweise im Spätsommer oder Herbst erledigt sein. Für selten genutzte Gebäude brauchst du zusätzlich einen Frostschutzplan.
Die meisten Heizungsstörungen melden sich in den ersten kalten Tagen – genau dann, wenn Heizungsbauer am meisten zu tun haben. Wer im September oder Oktober ein paar Punkte abhakt, vermeidet viele Notrufe.
Checkliste für Hausbesitzer und Mieter
- Wartung vereinbaren: Die Hersteller empfehlen in der Regel eine jährliche Wartung. Termine im Spätsommer sind einfacher zu bekommen.
- Winterbetrieb einschalten oder die Sommer-/Winter-Automatik prüfen.
- Probelauf: Alle Thermostate aufdrehen, Heizung einige Stunden laufen lassen. Werden alle Heizkörper warm?
- Klemmende Ventile gangbar machen (siehe „Thermostatventil klemmt“).
- Heizkörper entlüften, wenn sie gluckern oder oben kalt bleiben.
- Druck prüfen bei kalter Anlage und ggf. nach Anleitung nachfüllen.
- Zeitprogramme und Uhrzeit kontrollieren (besonders nach Stromausfällen oder Zeitumstellung).
- Heizkurve bei Bedarf anpassen.
- Außenmündung von Zuluft/Abgas auf Laub prüfen (nur von unten, siehe eigener Ratgeber).
- Kondensatablauf auf Knicke und Frostgefahr prüfen.
- Heizkörper freiräumen: Keine Möbel oder dichte Vorhänge davor.
- Batterien in Smart-Thermostaten und CO-Meldern tauschen.
Zusätzlich bei Wärmepumpen
- Außengerät freihalten: Laub, Gras und Schnee entfernen, mindestens den Abstand nach Anleitung einhalten.
- Kondensatablauf des Außengeräts frei? Er darf nicht zufrieren (oft beheizt).
- Heizstab und Sicherungen: Sind alle Sicherungen eingeschaltet?
- Filter/Schmutzfänger im Heizkreis: Reinigung nur nach Anleitung oder durch den Fachbetrieb.
Zusätzlich bei Öl- und Pelletheizungen
- Tankfüllstand bzw. Pelletlager prüfen und rechtzeitig bestellen.
- Aschebehälter der Pelletheizung leeren (nach Anleitung).
Frostschutz für selten genutzte Gebäude
Ferienhaus, Gartenhaus, Werkstatt oder Gästewohnung:
- Heizung auf Frostschutz laufen lassen statt ausschalten.
- Außenwasserhähne entleeren und absperren.
- Leitungen in unbeheizten Räumen mit Isolierung versehen.
- Bei komplett stillgelegten Anlagen müssen Heizung und Trinkwasserleitungen fachgerecht entleert werden – das macht der Fachbetrieb.
Was du nicht tun solltest
- Keine Frostschutzmittel in die Heizung kippen, außer der Hersteller erlaubt es und der Fachbetrieb füllt ein.
- Nicht am Brenner, an Gasleitungen oder im Gerät reinigen.
- Keine Arbeiten auf dem Dach oder am Schornstein.
Wann der Fachmann ran muss
- Probelauf zeigt Störungen oder Geräusche.
- Druck fällt ohne ersichtlichen Grund.
- Die letzte Wartung ist länger als 12–18 Monate her.
- Du hast ein stillzulegendes Gebäude.
Der Probelauf im Detail
Der Probelauf ist der wichtigste Punkt der Checkliste. Mach ihn an einem kühlen Tag, bevor du die Heizung wirklich brauchst. So bleibt Zeit, falls etwas nicht stimmt.
- Druck ablesen. Lies den Wert am Manometer bei kalter Anlage ab und notiere ihn. Wie das geht, steht im Ratgeber Heizungsdruck prüfen.
- Heizung starten. Winterbetrieb einschalten, alle Thermostatköpfe voll aufdrehen.
- Nach 30 bis 60 Minuten kontrollieren. Geh durch alle Räume. Jeder Heizkörper sollte spürbar warm werden, oben meist etwas wärmer als unten.
- Auf Geräusche achten. Gluckern deutet auf Luft hin. Pfeifen oder Rauschen kann an zu hohem Durchfluss oder einem klemmenden Ventil liegen.
- Druck erneut ablesen. Im warmen Zustand steigt er etwas an. Das ist normal. Steigt er stark oder fällt er, lass die Anlage prüfen.
- Display prüfen. Erscheint ein Fehlercode, notiere ihn. Einmal entstören ist in Ordnung, siehe Therme richtig resetten.
Typische Probleme nach der Sommerpause
Im Sommer steht der Heizkreis oft monatelang still. Deshalb treten im Herbst immer wieder dieselben Fehler auf:
- Festsitzende Ventilstifte an Thermostatventilen. Der Heizkörper bleibt kalt.
- Luft im System, vor allem in oberen Etagen.
- Leicht gesunkener Druck, weil über die Monate kleine Mengen Wasser oder Gas aus dem Ausdehnungsgefäß entweichen.
- Falsche Uhrzeit am Regler nach einem Stromausfall.
- Schwergängige Pumpe, die nach langer Pause kurz brummt. Viele moderne Pumpen haben eine Anlaufhilfe. Hält das Problem an, ist der Fachbetrieb gefragt.
Diese Punkte lassen sich meist leicht beheben, wenn du sie früh bemerkst. Im Januar bei Frost ist das deutlich unangenehmer.
Warum sich die Wartung im Herbst lohnt
Bei der Wartung reinigt der Fachbetrieb unter anderem Brenner und Wärmetauscher, prüft Zündung und Flammenüberwachung und kontrolliert den Vordruck des Ausdehnungsgefäßes. Viele Störungen im Winter entstehen genau an diesen Stellen. Wie oft gewartet werden sollte, liest du im Ratgeber Wie oft Therme warten.
Kosten (Richtwerte)
- Wartung Gastherme: ca. 150–300 €.
- Wartung Ölheizung: ca. 180–350 €.
- Wartung Wärmepumpe: ca. 150–400 €, je nach Umfang (Kältekreis-Dichtheitsprüfung kann je nach Kältemittelmenge vorgeschrieben sein).
- Fachgerechtes Entleeren eines Hauses: ca. 150–400 €.
Redaktion Heizungsretter · Stand: · Angaben ohne Gewähr.