Viessmann Vitodens 200-W Fehler F6: Kesseltemperatursensoren weichen voneinander ab
Kurzantwort
Die Therme misst die Kesseltemperatur doppelt. Bei F6 liegen die beiden Messwerte zu weit auseinander, einem davon ist nicht mehr zu trauen. Der Brenner wird gesperrt. Der Tausch der Sensoren ist eine Aufgabe für den Fachbetrieb.
Ursachen (nach Häufigkeit)
- Einer der Kesseltemperatursensoren defekt (häufig)
- Stecker oder Leitung mit Wackelkontakt oder Korrosion (gelegentlich)
Hinweis: Nicht jede Generation der Vitodens 200-W kennt diesen Code. In der Serviceanleitung der B2HA/B2KA (Ausgabe 2013) ist er nicht aufgeführt – prüfe die Anleitung zu deinem Typenschild.
Die Vitodens 200-W überwacht die Temperatur im Wärmetauscher mit zwei Sensoren. Sie sitzen meist in einem gemeinsamen Bauteil, einem sogenannten Doppelsensor. Die Regelung vergleicht beide Werte ständig. Beide sollten fast gleich sein, weil sie dieselbe Temperatur messen.
Weichen die Werte zu stark voneinander ab, weiß die Regelung nicht mehr, welcher stimmt. Dann schaltet sie den Brenner ab und meldet F6. Heizung und Warmwasser fallen aus. Das ist eine Schutzfunktion. Ohne verlässliche Kesseltemperatur könnte die Therme unbemerkt überhitzen.
Die Abweichung entsteht meist durch eine dieser Ursachen.
Sensor defekt
Die häufigste Ursache. Temperatursensoren altern. Sie sind ständig Hitze und Temperaturwechseln ausgesetzt. Ein Sensor, der nach Jahren im Betrieb falsch misst, ist deshalb nicht ungewöhnlich. Oft driftet der Wert langsam ab, bis er die Toleranz überschreitet.
Kontaktproblem
Korrodierte oder lose Stecker verfälschen den Messwert ebenfalls. Das kann nach Arbeiten am Gerät passieren, wenn ein Stecker nicht ganz eingerastet ist. Auch Feuchtigkeit im Gerät kann Kontakte angreifen, etwa durch eine kleine Undichtigkeit oder einen Kondensatstau.
Abgrenzung zu Code 30
Code 30 meldet einen elektrischen Kurzschluss am Kesseltemperatursensor, also einen klaren Defekt. F6 meldet unplausible Werte zwischen den beiden Sensoren. Oft ist dasselbe Bauteil betroffen. Tauchen beide Codes auf, spricht das stark für den Doppelsensor oder seine Leitung.
Was du selbst prüfen kannst
Viel ist es nicht. Die Sensoren sitzen im Gerät. Du kannst aber die Lage klären und dem Techniker gute Hinweise geben.
- Code notieren. Mach ein Foto vom Display. Notiere Datum, Uhrzeit und was die Therme gerade gemacht hat, zum Beispiel Heizen oder Warmwasser.
- Einmal entriegeln. War es ein kurzer Aussetzer, läuft die Therme danach weiter. Wie das geht, steht unter Therme resetten.
- Beobachten. Kommt F6 wieder? Taucht gleichzeitig Code 30 auf? Notiere beides.
- Unter der Therme nachsehen. Tropft Wasser, oder gibt es feuchte Stellen? Feuchtigkeit im Gerät kann Kontakte angreifen. Hilfe gibt der Ratgeber Wasser unter der Therme.
- Anlagendruck ablesen. Schau aufs Manometer. Richtwert: meist zwischen 1,0 und 2,0 bar. Ein normaler Druck hilft, andere Ursachen auszuschließen. Mehr im Ratgeber Heizungsdruck prüfen.
- An letzte Arbeiten denken. Wurde kürzlich gewartet oder repariert? Dann kann ein Stecker locker sein. Das ist ein wichtiger Hinweis.
Öffne nicht das Gehäuse der Therme. Sensoren, Stecker und Leitungen sitzen im Gerät. Arbeiten daran sind Sache eines Fachbetriebs.
Wichtig: Einen Sensor mit einer Brücke oder einem Widerstand zu umgehen, um wieder heizen zu können, ist gefährlich. Die Überwachung schützt vor Überhitzung. Ohne sie könnte das Gerät Schaden nehmen, und im Schadensfall zahlt keine Versicherung.
Wann der Fachmann ran muss
Kommt F6 nach dem Entriegeln wieder, ruf einen Fachbetrieb. Solange die Therme gesperrt ist, gibt es weder Heizung noch Warmwasser. Im Winter kann ein Notdienst sinnvoll sein.
Ein Fachbetrieb geht meist so vor:
- Er liest den Fehlerspeicher und die aktuellen Messwerte beider Sensoren aus.
- Er misst die Widerstände und vergleicht sie mit der Kennlinie.
- Er prüft Stecker und Leitungen auf Korrosion und festen Sitz.
- Er tauscht die Sensoren, in der Regel als Paar.
- Er sucht nach Feuchtigkeit im Gerät und behebt eine Undichtigkeit.
Warum beide tauschen, wenn nur einer defekt ist? Beide sind gleich alt und gleich belastet. Oft sitzen sie in einem gemeinsamen Bauteil, das ohnehin komplett getauscht wird. Und selbst wenn nicht, ist der Mehraufwand gering.
Die Reparatur dauert meist nicht lange, und die Teile sind vergleichsweise günstig. Teurer wird es nur, wenn Wasser im Gerät steht und eine Dichtung oder ein Bauteil am Wasserweg ersetzt werden muss. Frag beim Anruf nach Anfahrtspauschale und Stundensatz. Nenne gleich den Code und ob auch Code 30 aufgetaucht ist. So bringt der Techniker im besten Fall das passende Teil mit. Hast du einen Wartungsvertrag, ist der Einsatz teilweise schon abgedeckt.
Tritt F6 nur sporadisch auf und läuft die Therme nach dem Entriegeln wochenlang normal, ist das kein Grund zur Entwarnung. Ein abdriftender Sensor wird selten von allein besser. Lass ihn spätestens bei der nächsten Wartung prüfen, bevor er im Winter ganz ausfällt.
Beide Kesseltemperatursensoren tauschen
| Anfahrt · Pauschale | 50 € |
|---|---|
| Arbeitszeit · 0,5–1 Std. × 90 € | 45–90 € |
| 2 Kesseltemperatursensoren | 50–100 € |
| Summe | 145–240 € |
Annahmen, keine Preise eines bestimmten Betriebs: 90 €/Std. Arbeitszeit, 50 € Anfahrt, Teile ohne genauere Angabe pauschal 50 €. Tatsächliche Kosten hängen von Region, Betrieb und Befund ab.
FAQ
Warum hat die Therme zwei Sensoren für dieselbe Temperatur?
Aus Sicherheitsgründen. Die Regelung vergleicht beide Werte und erkennt so, wenn ein Sensor falsch misst. Ohne diesen Vergleich könnte die Therme unbemerkt überhitzen.
Warum beide tauschen, wenn nur einer defekt ist?
Beide sind gleich alt und gleich belastet. Oft sitzen beide in einem gemeinsamen Bauteil, das ohnehin komplett getauscht wird. Und selbst wenn nicht: Der Mehraufwand ist gering.
Kann ich mit F6 heizen?
Nein, der Brenner bleibt gesperrt, bis die Sensoren wieder plausible Werte liefern.
Redaktion Heizungsretter · Stand: · Keine Eingriffe am Gasweg. Angaben ohne Gewähr.