Stiebel Eltron WPM: EVU-Sperre verstehen
Kurz gesagt
Die EVU-Sperre ist eine vom Netzbetreiber gesteuerte Abschaltung oder Drosselung der Wärmepumpe, zum Beispiel für einen günstigeren Wärmepumpentarif. Sie ist kein Fehler. Seit 2024 gilt für neue Anlagen § 14a EnWG: statt Komplettsperre ist nur noch eine Drosselung auf mindestens 4,2 kW erlaubt.
Zeigt dein Stiebel-Eltron-WPM ein Sperrsymbol oder „EVU“ an und die Wärmepumpe steht still, ist meist alles in Ordnung. EVU steht für Energieversorgungsunternehmen. Über einen Steuerkontakt darf der Netzbetreiber die Wärmepumpe zeitweise sperren oder drosseln.
Warum gibt es die Sperre?
Viele Haushalte nutzen einen günstigeren Wärmepumpentarif mit eigenem Zähler. Im Gegenzug darf der Netzbetreiber die Anlage bei Netzengpässen oder zu festen Zeiten abschalten. Klassisch waren bis zu dreimal täglich je bis zu zwei Stunden Sperre üblich; die genauen Bedingungen stehen im Vertrag.
Was hat sich mit § 14a EnWG geändert?
Seit 1. Januar 2024 gelten für neu angeschlossene steuerbare Verbrauchseinrichtungen (Wärmepumpen, Wallboxen) neue Regeln: Der Netzbetreiber darf nur noch drosseln, nicht komplett abschalten – mindestens 4,2 kW müssen verfügbar bleiben. Dafür gibt es reduzierte Netzentgelte (Module 1–3). Altanlagen haben Übergangsregeln bis Ende 2028. Prüfe die aktuellen Bedingungen bei deinem Netzbetreiber. Dieser Text ist keine Rechtsberatung.
Wie erkenne ich die Sperre?
- Symbol oder Hinweis im WPM-Display (je nach Generation).
- Wärmepumpe steht zu wiederkehrenden Uhrzeiten, danach läuft sie wieder normal.
- Kein Eintrag als Störung in der Fehlerliste.
- Im Zählerschrank schaltet ein Rundsteuerempfänger oder eine Steuerbox.
Warum wird es trotzdem nicht kalt?
Das Haus und bei Fußbodenheizung der Estrich speichern viel Wärme. Ein Pufferspeicher überbrückt die Sperre zusätzlich. Der WPM kann außerdem vor der Sperre gezielt aufheizen, wenn es eingestellt ist.
Was du selbst prüfen kannst
- Notiere, wann die Wärmepumpe stillsteht. Passen die Zeiten zu deinem Tarif?
- Lies die Fehlerliste aus: Keine Störung heißt meist reguläre Sperre.
- Prüfe, ob in der Sperrzeit Warmwasser knapp wird – dann Ladezeiten anpassen lassen.
- Kontrolliere den Vertrag deines Wärmepumpentarifs.
Sperre oder Störung? So unterscheidest du
Die EVU-Sperre und eine echte Störung können auf den ersten Blick gleich aussehen: Die Wärmepumpe läuft nicht. Ein paar Merkmale helfen dir bei der Unterscheidung.
Hinweise auf eine Sperre:
- Der Stillstand beginnt und endet zu ähnlichen Uhrzeiten.
- Im WPM steht ein Sperrhinweis, aber kein Eintrag in der Fehlerliste.
- Nach der Sperrzeit startet die Wärmepumpe von selbst wieder.
- Bei Anlagen nach § 14a EnWG läuft die Wärmepumpe oft gedrosselt weiter, statt ganz zu stehen.
Hinweise auf eine Störung:
- Die Fehlerliste enthält einen neuen Eintrag mit Code.
- Die Wärmepumpe startet auch Stunden später nicht wieder.
- Es gibt ungewöhnliche Geräusche, Eis an der Außeneinheit oder Wasser unter dem Gerät.
- Die Anlage steht zu völlig unterschiedlichen Zeiten.
Bist du unsicher, notiere über ein paar Tage, wann die Anlage steht. Ein solches Protokoll hilft auch dem Fachbetrieb.
Die Sperre gut überbrücken
Mit ein paar Einstellungen merkst du von der Sperre im Alltag wenig. Welche Möglichkeiten dein WPM bietet, hängt von der Generation und der Konfiguration ab.
- Warmwasser vorher laden. Lege die Ladezeiten für Warmwasser so, dass der Speicher vor einer bekannten Sperrzeit voll ist.
- Puffer nutzen. Ein Pufferspeicher kann die Heizkreise während einer Sperre weiter versorgen.
- Nicht an der Heizkurve drehen. Wird es während der Sperre etwas kühler, ist das normal. Eine höhere Heizkurve erhöht den Verbrauch dauerhaft.
- Zweiten Wärmeerzeuger prüfen. Bei manchen Anlagen ist ein elektrischer Heizstab ebenfalls gesperrt. Das sollte bei der Planung bedacht sein.
Die Parameter für Sperrzeiten und Ladezeiten liegen oft in der Fachebene des WPM. Lass sie vom Installateur anpassen.
Kosten und Nutzen
Ein eigener Wärmepumpentarif oder ein reduziertes Netzentgelt nach § 14a EnWG kann die Stromkosten deutlich senken. Dafür nimmst du die Sperre oder Drosselung in Kauf. Ob sich ein separater Zähler lohnt, hängt von Verbrauch, Tarifen und Zählerkosten ab. Rechne das mit aktuellen Angeboten nach. Frag dazu deinen Stromanbieter oder Netzbetreiber.
Wann der Fachmann ran muss
Steht die Anlage viel länger als vertraglich vereinbart oder dauerhaft auf Sperre, kann der Steuerkontakt falsch angeschlossen oder der Rundsteuerempfänger defekt sein. Das klärt ein Elektrofachbetrieb gemeinsam mit dem Netzbetreiber. Nicht selbst im Zählerschrank arbeiten – dort liegen ungesicherte Leitungen. Auch eine Brücke am Sperrkontakt eigenmächtig zu setzen, ist tabu: Das verstößt gegen den Tarifvertrag.
Häufige Missverständnisse
Viele verwechseln die Sperre mit „KEIN LEISTUNGSSIGNAL“ oder einem Defekt. Wenn der WPM nur ein Sperrsymbol zeigt, aber keinen Fehler speichert, ist in der Regel alles in Ordnung.
Redaktion Heizungsretter · Stand: · Angaben ohne Gewähr.