Bosch Compress: Hochdruck-Alarm der Wärmepumpe
Kurz gesagt
Ein Hochdruck-Alarm bei der Bosch Compress bedeutet, dass der Druck im Kältekreis zu hoch wurde und der Verdichter zum Schutz abgeschaltet hat. Meist steckt zu wenig Wärmeabnahme dahinter: geringer Durchfluss, verschmutzter Filter, geschlossene Heizkreise oder zu hohe Vorlauftemperatur. Am Kältekreis selbst darf nur ein zertifizierter Fachbetrieb arbeiten.
In einer Wärmepumpe zirkuliert ein Kältemittel. Auf der „heißen Seite“ gibt es seine Wärme an das Heizwasser ab. Wird diese Wärme nicht schnell genug abgenommen, steigen Temperatur und Druck im Kältekreis. Ein Hochdruckschalter bzw. -sensor schaltet dann den Verdichter ab, bevor Schäden entstehen.
Der Alarm ist also eine Schutzfunktion. Er zeigt, dass die Sicherheitstechnik arbeitet. Die Ursache liegt aber meist nicht im Kältekreis selbst, sondern auf der Wasserseite. Das ist die gute Nachricht: Einiges davon kannst du selbst prüfen.
Die genaue Alarmnummer und der Meldungstext hängen vom Modell und vom Softwarestand deiner Bosch Compress ab. Vergleiche die Meldung im Display oder in der App mit der Anleitung deines Geräts.
So entsteht Hochdruck
Die Wärmepumpe verdichtet das Kältemittel. Dabei wird es heiß. Im Verflüssiger gibt es diese Wärme ans Heizwasser ab und kühlt dabei ab. Je wärmer das Heizwasser schon ist und je langsamer es fließt, desto weniger Wärme kann das Kältemittel loswerden. Druck und Temperatur im Kältekreis steigen. Überschreiten sie eine Grenze, greift die Abschaltung.
Zwei Dinge treiben den Druck also besonders: zu wenig Durchfluss und zu hohe Solltemperaturen.
Typische Ursachen
Zu geringer Wasserdurchfluss. Der häufigste Grund. Ein verschmutzter Filter, Luft, niedriger Druck oder geschlossene Heizkreise bremsen das Wasser. Siehe den Ratgeber Bosch Compress: Durchflussfehler.
Zu hohe Vorlauftemperatur. Eine sehr steile Heizkurve oder eine hohe Warmwasser-Solltemperatur treibt den Druck nach oben. Hilfe beim Einstellen gibt Heizkurve einstellen.
Warmwasserbereitung. Ein verkalkter Speicherwärmetauscher oder eine zu hohe Speichertemperatur. Tritt der Alarm vor allem beim Warmwasser auf, ist das ein starker Hinweis.
Kältekreis und Sensorik. Eine Überfüllung, ein Fehler am Expansionsventil oder ein defekter Drucksensor sind seltener. Sie lassen sich aber nur vom Fachbetrieb lösen.
Typische Situationen
Hochdruck-Alarme häufen sich in bestimmten Momenten:
- Beim Warmwasser am Nachmittag, wenn der Speicher fast voll ist und die Solltemperatur hoch liegt.
- In der Übergangszeit, wenn viele Räume schon warm sind und die Thermostatventile schließen.
- Nach Arbeiten an der Anlage, wenn Luft im System ist oder ein Hahn zu blieb.
- Nach einer Legionellenschaltung, bei der der Speicher auf eine hohe Temperatur gebracht wird.
Erkennst du eine dieser Situationen wieder, ist die Ursache oft schnell eingegrenzt. Notiere sie für den Fachbetrieb.
Was du selbst prüfen kannst
- Wasserdruck prüfen. Lies das Manometer oder die Anzeige ab und korrigiere den Druck gegebenenfalls nach Anleitung. Siehe Heizungsdruck prüfen.
- Heizkreise öffnen. Dreh Raumregler und Thermostatventile auf, damit die Wärme abfließen kann.
- Absperrhähne prüfen. Sind die Hähne an der Inneneinheit offen?
- Zeitpunkt beobachten. Tritt der Alarm beim Warmwasser auf, beim Heizen oder nach dem Abtauen? Notiere es.
- Einstellungen im Nutzermenü prüfen. Ist die Warmwasser-Temperatur ungewöhnlich hoch eingestellt, etwa über 55 °C? Senke sie im Nutzerbereich moderat ab. Beachte dabei die Hinweise zum Legionellenschutz.
- Alarm quittieren. Quittiere den Alarm einmal und beobachte die Anlage.
Öffne niemals Verkleidungen und mach nichts an Kältemittelleitungen, Ventilen oder Elektrik. Arbeiten am Kältekreis sind zertifizierten Fachkräften vorbehalten.
Wann der Fachmann ran muss
- Der Alarm kommt mehrfach wieder.
- Du hörst ungewöhnliche Geräusche am Verdichter.
- Es gibt Ölspuren an der Außeneinheit. Das kann ein Hinweis auf ein Kältemittelleck sein.
- Die Anlage läuft nur noch im Notbetrieb mit Heizstab. Das wird teuer beim Strom.
Der Fachbetrieb liest die Betriebsdaten aus und prüft Durchfluss, Filter und Einstellungen. Falls nötig, prüft er auch den Kältekreis. Oft lässt sich das Problem mit einem gereinigten Filter, gründlichem Entlüften und angepassten Einstellungen lösen.
Kosten (Richtwerte)
- Diagnose und Filter: 120–300 €.
- Arbeiten am Kältekreis: ab ca. 400 €, je nach Befund deutlich mehr.
Die tatsächlichen Kosten hängen von Anfahrt, Stundensatz und Befund ab. Tritt der Alarm bei einer neuen Anlage auf, frag zuerst beim Installationsbetrieb nach. Das kann ein Fall für die Gewährleistung sein.
Wichtig
Wiederholte Hochdruckabschaltungen belasten den Verdichter. Er ist das teuerste Bauteil der Wärmepumpe. Lass die Ursache klären, statt den Alarm dauerhaft zu quittieren.
Kurz zusammengefasst
Ein Hochdruck-Alarm heißt: Das Kältemittel wird seine Wärme nicht los. Meist fließt zu wenig Heizwasser oder die Solltemperaturen sind zu hoch. Prüf Druck, Ventile und Einstellungen. Kommt der Alarm wieder, ruf den Fachbetrieb.
Alle Bosch-Geräte und ihre Fehlercodes findest du auf der Übersicht Bosch.
Redaktion Heizungsretter · Stand: · Angaben ohne Gewähr.