Stiebel Eltron WPL Fehler ABTAUEN: Abtaufehler (Abtauzeit überschritten)

Kurzantwort

Ein Abtaufehler bedeutet, dass die WPL den Verdampfer nicht innerhalb der vorgesehenen Zeit eisfrei bekommen hat. Häufig fehlt beim Abtauen genug Wärme im Heizkreis oder der Durchfluss ist zu gering. Einzelne Meldungen bei Frost sind möglich, gehäufte gehören geprüft.

Ursachen (nach Häufigkeit)

  • Zu wenig Heizwasser/Energie für die Abtauung (geschlossene Kreise, kein Pufferspeicher) (häufig)
  • Zu geringer Volumenstrom (gelegentlich)
  • Tauwasser friert unter dem Gerät fest (gelegentlich)
  • Defekter Fühler oder Umschaltventil (selten)

Bei feuchtem, kaltem Wetter vereist der Verdampfer einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Das ist normal. Die Luft enthält Feuchtigkeit, die sich an den kalten Lamellen als Reif absetzt. Besonders stark passiert das bei Temperaturen um 0 °C und hoher Luftfeuchte. Die WPL taut deshalb regelmäßig ab, meist per Kreislaufumkehr. Sie holt dabei kurz Wärme aus dem Heizwasser und schmilzt das Eis von innen. Während der Abtauung dampft das Außengerät oft sichtbar. Auch das ist normal.

Gelingt das Abtauen nicht in der vorgesehenen Zeit oder zu oft hintereinander, meldet der Wärmepumpen-Manager (WPM) einen Abtaufehler. Je nach Software erscheint zum Beispiel „ABTAUEN" oder „Abtauzeit überschritten". Die genaue Anzeige hängt von WPM-Generation und Softwarestand ab. Das Abtauen scheitert meist an:

Zu wenig Wärme im Heizkreis. Beim Abtauen braucht die WPL warmes Wasser. Sind alle Heizkreise zu oder fehlt ein ausreichendes Wasservolumen, kühlt das System zu stark aus. Dann bricht die Wärmepumpe die Abtauung zum Schutz ab. Häufig ist das bei Anlagen mit vielen geschlossenen Einzelraumreglern und ohne Pufferspeicher.

Geringer Durchfluss. Verschmutzte Filter, Schmutzfänger oder Luft im System bremsen das Wasser. Auch eine falsch eingestellte Pumpe kann zu wenig fördern. Die Abtauung dauert dann zu lang.

Tauwasser-Probleme. Beim Abtauen entstehen größere Mengen Wasser. Kann es nicht ablaufen, friert es unten wieder fest. Unter dem Gerät wächst ein Eisberg, der langsam in die Lamellen hineinwächst. Typisch ist ein verstopfter oder eingefrorener Tauwasserablauf.

Aufstellung und Wetter. Steht das Außengerät in einer Ecke, unter einem Vordach oder im Wind, kann kalte Luft zurückströmen. Auch Schneeverwehungen und Laub vor dem Luftein- oder -austritt stören.

Bauteile. Ein defekter Verdampferfühler oder ein hakendes Umschaltventil sind selten, aber möglich. Dann erkennt die WPL nicht richtig, wann das Eis weg ist, oder die Umkehr klappt nicht.

Was du selbst prüfen kannst

Die meisten Punkte kannst du ohne Werkzeug klären.

  1. Fehlerliste auslesen. Im WPM die Fehlerliste öffnen und Uhrzeit sowie Wetter notieren. Wie das geht, beschreibt der Ratgeber „WPM-Fehlerliste auslesen".
  2. Außengerät anschauen. Ist nach einer Abtauung der Lamellenblock frei, oder bleibt Eis hängen? Ein dünner Reif ist normal, ein fester Eispanzer nicht.
  3. Tauwasserablauf prüfen. Ist der Ablauf frei? Wächst unter dem Gerät ein Eisberg? Dann dem Fachbetrieb melden.
  4. Luftwege freihalten. Schnee, Laub oder Gegenstände vor und hinter dem Außengerät entfernen, soweit ohne Werkzeug möglich. Mindestens so viel Abstand halten, wie in der Anleitung steht.
  5. Heizkreise öffnen. Einige Heizkörperventile oder Fußbodenkreise ganz öffnen. So steht mehr Heizwasser für die Abtauung bereit.
  6. Anlagendruck kontrollieren. Den Wert am Manometer ablesen. Ist er deutlich niedriger als sonst, kann Luft im System sein.
  7. Einmal quittieren. Den Fehler nach Anleitung quittieren und beobachten, ob die nächste Abtauung klappt.
  8. Muster notieren. Tritt der Fehler nur bei Nebel um 0 °C auf, nachts oder bei starkem Wind? Das hilft bei der Einstellung.

Kein Eis mit Werkzeug oder heißem Wasser entfernen. Die Lamellen sind dünn und verbiegen leicht, und hinter ihnen liegt der Kältekreis. Heißes Wasser kann Temperaturspannungen und Schäden verursachen. Gehäuse nicht öffnen, nicht an Elektrik oder Kältekreis arbeiten.

Normal oder Störung?

Mehrere Abtauungen pro Stunde bei feuchter Luft um 0 °C sind nicht ungewöhnlich. Auch Dampfwolken und Knackgeräusche gehören dazu. Eine Störung liegt vor, wenn der WPM einen Fehler meldet, das Gerät dauerhaft vereist bleibt oder die Räume trotz laufender Wärmepumpe kalt werden. Einzelne Meldungen bei extremem Wetter sind möglich. Gehäufte Meldungen gehören geprüft.

Wann der Fachmann ran muss

Kommen Abtaufehler öfter, bleibt das Gerät dauerhaft vereist oder schaltet die WPL ganz ab, sollte ein Fachbetrieb ran. Er prüft Volumenstrom, Abtauparameter und Fühler. Er schaut, ob genug Heizwasser für die Abtauung bereitsteht und ob Filter oder Schmutzfänger zugesetzt sind.

Häufig lässt sich das Problem durch Einstellungen oder hydraulische Anpassungen lösen. Beispiele sind angepasste Abtauparameter, ein Überströmventil, damit immer ein Mindestdurchfluss besteht, oder ein Pufferspeicher. Ob ein Pufferspeicher bei deiner Anlage nötig ist, entscheidet der Fachbetrieb anhand der Hydraulik.

Ein verstopfter Tauwasserablauf wird gereinigt und bei Bedarf beheizt. Ein defekter Fühler oder ein hakendes Umschaltventil wird getauscht. Arbeiten am Kältekreis dürfen nur zertifizierte Fachkräfte durchführen. Die Kosten oben sind Richtwerte. Einstellungen und Durchflussprüfung sind meist günstig, Bauteile teurer.

Bis zum Termin kann die WPL je nach Einstellung mit dem elektrischen Heizstab nachheizen. Das hält das Haus warm, erhöht aber den Stromverbrauch deutlich. Wart deshalb nicht zu lange.

Typische Reparatur
Einstellung und Durchflussprüfung günstig; Tausch von Fühler oder Ventil teurer
Richtwert140–620 €
So rechnen wir
Anfahrt · Pauschale50 €
Arbeitszeit · 1–3 Std. × 90 €90–270 €
ggf. Fühler oder Ventil0–300 €
Summe140–620 €

Annahmen, keine Preise eines bestimmten Betriebs: 90 €/Std. Arbeitszeit, 50 € Anfahrt, Teile ohne genauere Angabe pauschal 50 €. Tatsächliche Kosten hängen von Region, Betrieb und Befund ab.

FAQ

Warum dampft meine Wärmepumpe im Winter?

Das ist die normale Abtauung. Das Eis schmilzt und verdampft teilweise. Nur wenn danach eine Störung kommt, liegt ein Problem vor.

Hilft ein Pufferspeicher?

Oft ja, weil er Energie für die Abtauung bereitstellt. Ob er bei deiner Anlage nötig ist, entscheidet der Fachbetrieb.

Wie oft taut eine WPL ab?

Das hängt von Temperatur und Luftfeuchte ab. Bei feuchter Luft um 0 °C sind mehrere Abtauungen pro Stunde nicht ungewöhnlich.

Redaktion Heizungsretter · Stand: · Keine Eingriffe am Gasweg. Angaben ohne Gewähr.