Heizung läuft im Sommer weiter
Kurz gesagt
Meist steht die Regelung noch im Winterbetrieb oder die Sommer-/Heizgrenze ist zu hoch eingestellt. Stelle auf Sommerbetrieb (nur Warmwasser) um. Werden Heizkörper trotzdem warm, kann ein klemmendes Umschaltventil oder eine fehlende Schwerkraftbremse die Ursache sein.
Im Sommer soll die Heizung nur Warmwasser bereiten. Werden trotzdem Heizkörper warm oder springt die Therme häufig an, verschwendest du Energie.
Ursachen
Winterbetrieb noch aktiv. Der Regler steht auf Heizen und reagiert auf kühle Nächte.
Heizgrenze zu hoch. Viele außentemperaturgeführte Regler haben eine Sommer-/Winter-Umschaltung, z. B. bei 16–20 °C Außentemperatur. Ist der Wert zu hoch, heizt die Anlage an kühlen Tagen.
Außenfühler falsch platziert. Hängt er im Schatten an einer Nordwand, ist das okay. Hängt er aber in einem kalten Luftzug oder falsch montiert, misst er zu niedrig.
Frostschutz oder Pumpennachlauf. Einige Anlagen lassen die Pumpe kurz laufen – das ist normal und schützt vor Festsitzen.
Umschaltventil klemmt. Bei der Warmwasserbereitung fließt heißes Wasser teilweise in den Heizkreis.
Fehlende oder defekte Schwerkraftbremse. Warmes Wasser zirkuliert durch Eigenzirkulation in die Heizkörper, oft in oberen Etagen.
Thermostate aufgedreht. Trotz Sommerbetrieb kann ein Heizkörper leicht warm werden, wenn ein Ventil offen ist und Schwerkraftzirkulation auftritt.
Normal oder nicht?
Nicht alles, was im Sommer passiert, ist ein Fehler. Diese Dinge sind meist normal:
- Die Therme springt an, wenn du warmes Wasser zapfst oder der Speicher nachgeladen wird.
- Die Pumpe läuft kurz, etwa einmal am Tag. Das schützt sie vor dem Festsitzen.
- Die Legionellenschaltung heizt den Speicher in regelmäßigen Abständen stärker auf.
- Rohre in der Nähe der Heizung werden warm, wenn Warmwasser bereitet wird.
Nicht normal ist dagegen:
- Heizkörper werden warm, obwohl der Sommerbetrieb aktiv ist.
- Die Therme taktet häufig, ohne dass jemand Wasser zapft.
- Der Gasverbrauch im Sommer ist deutlich höher als in früheren Jahren.
Ein Blick auf den Gaszähler hilft. Lies ihn abends und morgens ab, wenn niemand Warmwasser nutzt. Steigt der Stand deutlich, heizt die Anlage ohne Grund.
Was du selbst prüfen kannst
- Stelle am Regler auf Sommerbetrieb bzw. „nur Warmwasser“. Die Bedienungsanleitung zeigt die Taste oder das Symbol.
- Prüfe im Benutzermenü, ob du die Sommer-/Winter-Umschalttemperatur einstellen kannst, und senke sie gegebenenfalls.
- Drehe die Thermostate im Sommer auf Frostschutz oder Stufe 1–2 (nicht fest zudrehen, siehe Tipp).
- Beobachte: Werden Heizkörper warm, wenn Warmwasser bereitet wird? Das deutet auf Umschaltventil oder Schwerkraftbremse hin.
- Prüfe den Standort des Außenfühlers.
Öffne das Gerät nicht, um Ventile zu prüfen.
Sommer- und Winterbetrieb richtig nutzen
Viele Regler kennen drei Stellungen: Heizen und Warmwasser, nur Warmwasser, und aus mit Frostschutz. Im Sommer ist „nur Warmwasser“ meist die richtige Wahl. Bei außentemperaturgeführten Reglern kannst du oft auch die Automatik nutzen. Dann schaltet die Anlage je nach Außentemperatur selbst um. Wichtig ist, dass die Heizgrenze sinnvoll eingestellt ist. Mehr dazu unter Sommer- und Winterbetrieb.
Was die Schwerkraftbremse macht
Warmes Wasser ist leichter als kaltes und steigt von selbst nach oben. Auch ohne Pumpe kann es so langsam in die Heizkörper wandern. Das nennt man Schwerkraftzirkulation. Eine Schwerkraftbremse ist ein kleines Rückschlagventil in der Leitung. Sie lässt Wasser nur durch, wenn die Pumpe drückt. Fehlt sie oder klemmt sie, werden Heizkörper im Sommer lauwarm, sobald die Therme Warmwasser bereitet. Ob deine Anlage eine hat, kann der Fachbetrieb bei der nächsten Wartung prüfen.
Kosten (Richtwerte)
Umstellung auf Sommerbetrieb: selbst, kostenlos. Umschaltventil tauschen: 150–400 €. Schwerkraftbremse nachrüsten: 100–300 €. Außenfühler versetzen: 80–200 €.
Wann der Fachmann ran muss
- Heizkörper werden trotz Sommerbetrieb regelmäßig warm.
- Die Heizung springt ohne Warmwasserbedarf an.
- Du findest die Einstellung nicht oder das Menü ist gesperrt.
Tipp
Drehe im Sommer die Thermostatventile einmal im Monat kurz auf und wieder zurück, damit die Ventilstifte nicht festsitzen. Viele Pumpen laufen zu diesem Zweck automatisch kurz an – das ist gewollt.
Energie sparen im Sommer
Auch die Warmwasserbereitung lässt sich optimieren. Prüfe, ob die Speichertemperatur sinnvoll eingestellt ist und ob eine Zirkulationspumpe rund um die Uhr läuft. Ein Zeitprogramm für die Zirkulation spart oft spürbar Energie. Die Temperatur solltest du aber nicht zu stark senken, denn Legionellenschutz geht vor.
Hast du keine Anleitung mehr zur Hand, hilft Bedienungsanleitung verloren beim Finden der richtigen Taste.
Kurz zusammengefasst
In den meisten Fällen reicht es, am Regler auf Sommerbetrieb umzustellen oder die Heizgrenze zu senken. Werden Heizkörper trotzdem warm, besonders während der Warmwasserbereitung, liegt ein hydraulisches Problem wie ein klemmendes Umschaltventil oder eine fehlende Schwerkraftbremse vor. Das verursacht unnötige Kosten und sollte behoben werden.
Redaktion Heizungsretter · Stand: · Angaben ohne Gewähr.